SaaS wird auch in Großunternehmen immer beliebter

BI-Trend mit eingebauten Bremsen

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Analysten erkennen in BI auf SaaS-Basis sogar einen kleinen Boom. Mehr als ein Nischenmarkt werden die BI-Angebote auf kostengünstiger Leihbasis zwar auch in den kommenden Jahren nicht sein. Aber immerhin sind sie inzwischen auch für manches Großunternehmen attraktiv.

Die Kinderkrankheiten von Software-as-a-Service (SaaS) scheinen im Bereich Business IntelligenceBusiness Intelligence (BI) ausgeheilt. Mängel in Sachen Zuverlässigkeit und Sicherheit stehen der Leihsoftware also nicht mehr im Weg – und so sehen die Branchenkenner aus den Häusern IDC und Forrester sogar einen Trend für die kommenden Jahre. Allerdings ist SaaS-BI längst nicht für jedes Unternehmen eine Alternative. Alles zu Business Intelligence auf CIO.de

Die klassische Zielgruppe in diesem Segment sind kleine und mittlere Unternehmen. SaaS-Angebote erlauben eine BI-Nutzung, ohne eine eigene IT vorhalten zu müssen. „Mittelständler haben ähnliche Anforderungen an Integration, ReportingReporting und die Analyse von Daten aus einer Vielzahl von Quellen wie Konzerne, aber sie verfügen weder über das nötige Personal noch über die Infrastruktur“, schrieben die Marktforscher von Gartner bereits vor zwei Jahren. Daran hat sich ebenso wenig geändert wie an dem Umstand, dass sich Mittelständler in häufig in volatilen Business-Zyklen befinden: Die Erträge schnellen ebenso rasch in die Höhe wie sie einbrechen. Alles zu Reporting auf CIO.de

Jüngeren Datums ist die zunehmende Attraktivität von SaaS-Lösungen auch in größeren Unternehmen. Trotz der zu erwartenden Kosteneinsparungen und der schnellen Implementierung heißt das aber nur selten, dass Großunternehmen komplett auf On-Demand-BI setzen. Stattdessen ergänzen SaaS-Services immer öfter punktuell die vorhandene Unternehmens-BI. Forrester nennt in einer aktuellen Studie das Beispiel einer Handelsfirma, die 90 Prozent ihres Umsatzes während der Weihnachtsferien macht. Gezielt für die Stoßzeiten kauft das Unternehmen die Dienste eines SaaS-Anbieters ein.

Mehrere Erwägungen erschweren die Nutzung von SaaS-Angeboten. Ein Unternehmen, das bereits über eine Vielzahl an maßgeschneiderten Anwendungen und Daten-Modellen verfügt, wird seine Investitionen in diesem Bereich als „sunk costs“ verbuchen. Die Einsparungen an Zeit und Geld, die Leihsoftware verspricht, sind in diesem Fall kaum zu realisieren. Die Aufbereitung und Bereinigung der vorhandenen Daten für ein BI-Projekt wäre nach Einschätzung von Forrester derart aufwendig, dass die Entwicklung einer hauseigenen BI-Plattform als leicht gangbarer letzter Schritt erscheint.

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