Debakel um Instant Messenger BBM

Blackberry verpatzt Messenger-Start

02. Oktober 2013
Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Der Blackberry Messenger sollte längst für iOS und Android verfügbar sein. Doch scheinbar bremst eine alte Version den Start des Instant Messengers aus und hebt die komplette Blackberry-Messenger-Welt aus den Angeln.

Eigentlich hätte der Blackberry Messenger (BBM) seit einer Woche sowohl für Android als auch für iOS verfügbar sein sollen. Doch wie so oft in letzter Zeit scheint Blackberry beim Start gestolpert zu sein. Das offizielle Blog enthält nicht nur einen sondern gleich zwei Beiträge, beide enthalten mehr oder weniger die gleichen Aussagen:

Scheinbar ist eine Vorabversion des BBM auf Filesharing-Seiten gelandet und wurde dort entsprechend häufig heruntergeladen. Diese Aktivitäten würden allerdings für "ungewöhnlich viel Datenverkehr auf den Blackberry Servern sorgen". Leider können man deswegen nicht die legitime App veröffentlichen, da man sonst "die Nutzer der alten Version nicht identifizieren und blocken könne". Wann die neue Version fertig ist, kann Blackberry nicht sagen.

Ein Blick auf einschlägige Seiten wie The Pirate Bay scheint die Aussagen zu bestätigen. Während einige Nutzer melden, dass die App funktioniert, zeigen spätere Kommentare, dass sich der BBM scheinbar nicht mehr mit den Servern verbinden kann. Das Interesse ist allerdings ungebrochen, warum Blackberry dieses nicht ausnutzt (und zumindest einen neuen Termin ausgibt) ist unerklärlich.

Malware-Autoren springen auf

Denn mit der unsicheren Lage enttäuscht Blackberry nicht nur potentielle Kunden, das Unternehmen bietet so Malware-Autoren auch genügend Spielraum, um die Gerüchte um den BBM mit bösartigen Applikationen zu füttern. Eine Suche nach "Blackberry Messenger" im Android Play Store zeigt aktuell (02.10.13) nicht weniger als 14 Apps, die das Icon des BBM nutzen, um Nutzer zur Installation zu überreden.

Natürlich sind nicht alle bösartig, einige, etwa die App des Anbieters "Free Google Apps HD.Inc" sind aber dreiste Kopien des originalen Eintrags in der App-World samt kopierter Bilder. Auch die anderen Apps dieses Anbieters sind offensichtlich nicht Eigentum der Firma (unter anderem bietet der Einsteller das Spiel Plants vs Zombies 2 kostenlos an - ein klares Warnsignal für Fälschungen oder manipulierte Anwendungen).

Google scheint es zudem nicht wichtig genug zu sein, diese gefälschte Einträge wirkungsvoll aus seinem Play Store zu löschen - und Blackberry fehlt offensichtlich der Antrieb, gegen diese Rufschädigung vorzugehen. Die Einträge sind mindestens eine Woche im Google Play Store, offensichtlich haben die Anwälte von Blackberry gerade anderes zu tun.

Auf Twitter schreibt Blackberry , dass sie immer noch zu "100 % committed" sind, den BBM auf anderen Plattformen verfügbar zu machen. Laut Andrew Bocking, dem Chef der BBM-Plattform hatten sich mehr als eine Million Nutzer mit der veraltete Version der App angemeldet. Wenn das Unternehmen seine neue Applikation nicht schleunigst in eine stabile und vorzeigbare Form bringt, bin ich nicht sicher, ob dieses Interesse anhalten wird. (CIO.de/mb)

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