Hamburger IT-Strategietage


IT-Strategietage 2016

Bosch CIO: IT ist wichtiger geworden

19. Februar 2016
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Bis 2020 wird die Robert Bosch GmbH 100 Prozent ihrer Produkte vernetzen, aktuell steht sie bei 60 Prozent. CIO Elmar Pritsch zeigt im Vortrag auf den IT-Strategietagen Chancen und Herausforderungen dieses Internet of Things-Ecosystems.
Elmar Pritsch, CIO der Robert Bosch GmbH, auf den Hamburger IT-Strategietagen
Elmar Pritsch, CIO der Robert Bosch GmbH, auf den Hamburger IT-Strategietagen
Foto: Foto Vogt

Uber, Spotify und car2go sind drei Beispiele, die Elmar Pritsch, CIO der Robert Bosch GmbHRobert Bosch GmbH, in seinem Vortrag auf den Hamburger IT-Strategietagen nennt. Diese Unternehmen machen es vor - sie setzen auf Technologien und konzentrieren sich dabei ganz stark auf ihre Nutzer. Während die Unternehmen ihren Nutzern bestimmte Services wie Leihautos anbieten, lernen sie gleichzeitig eine Menge über das Nutzungsverhalten ihrer Kunden und verwenden dieses Wissen wiederum für die Entwicklung neuer Produkte. Top-500-Firmenprofil für Robert Bosch GmbH

Die Robert Bosch GmbH ist aktiv in Engineering, Fertigung, verkauft Produkte und bietet Wartung an. Durch den Einsatz von Sensortechnik kann auch sie aus dem Kundenverhalten Rückschlüsse ziehen und sie etwa für die Entwicklung neuer Lösungen und die Fertigung nutzen. Das macht sich bemerkbar: Rechenleistung und Netzbandbreite haben sich bei Bosch in einem sehr kurzen Zeitraum verdoppelt. In seinem Vortrag stellt Pritsch Chancen, Gelegenheiten und Herausforderungen beim Aufbau eines Ecosystems für das Internet der Dinge vor.

Beispiel: LKW mit Sensortechnik

Der CIO veranschaulicht dies an einem Beispiel aus der Logistik. Stattet man einen Lkw mit Sensortechnik aus, kann man heute weit mehr erfahren als nur den Standort und die Route. Dazu zählen beispielsweise Informationen über Temperatur, Erschütterung, Feuchtigkeit und Licht.

Pritsch zählt in seinem Vortrag auf, was ein Internet of Things-Ecosystem leisten kann:

- InnovationInnovation Alles zu Innovation auf CIO.de

- Entwicklung neuer Geschäftsmodelle

- Cross-Selling

- höherer Turnover von Services im IoT-Bereich

- höhere Kundenloyalität

Aktuell sind bei Bosch 60 Prozent aller Produkte vernetzt, 2020 sollen es 100 Prozent sein. Kommunizieren diese vernetzten Produkte miteinander, wirkt sich das auf Bereiche wie Mobilität, Connected Industry, Smart Home und Energie aus.

"IT ist wichtiger geworden", beschreibt Pritsch die veränderte Rolle der IT. Denn aus Konsumentensicht wird sie für jeden erlebbar und nicht mehr übersehbar. Am wichtigsten ist seiner Meinung nach die Zusammenarbeit. Man müsse es schaffen, dass die wichtigsten Kompetenzen in einen Raum kommen und an den Themen von morgen arbeiten. "Führungskräfte müssen dafür Freiräume geben", so Pritsch.

Als eine der zentralen Herausforderungen bei der Umsetzung eines IoT-Ecosystems sieht er, dass das Thema von oberster Stelle gewollt sein muss. Zudem sollte man immer daran denken, sich auf Einfachheit und Kundennutzen zu konzentrieren.

Mit IoT Talente gewinnen

Mit seiner Vision vom IoT-Ecosystem möchte das Unternehmen auch neue Talente gewinnen. Denn die wünschen sich spannende Themen und Aufgaben und möchten etwas im Unternehmen bewegen, so Pritsch. Allein in diesem Jahr will die Robert Bosch GmbH in Deutschland 1.200 Stellen besetzen - zu einem Großteil mit Informatikern.

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