Enthüllung von Edward Snowden

Britischer Geheimdienst spähte Anonymous-Hacker aus

05. Februar 2014
Der britische Geheimdienst GCHQ hat offenbar gezielt Hacker und Aktivisten der Online-Gemeinschaft Anonymous ins Visier genommen.

Der Nachrichtendienst habe unter anderem die Chat-Kanäle der Gruppe lahmgelegt, berichtete der US-Fernsehsender "NBC News" am Mittwoch. Das gehe aus Dokumenten aus dem Fundus des ehemaligen amerikanischen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden hervor, die "NBC News" eingesehen habe.

Mitarbeiter einer Abteilung des GCHQ klinkten sich demnach in die Chaträume von Anonymous-Aktivisten ein. Sie seien so etwa einem Hacker auf die Spur gekommen, der Kreditkartendaten des Zahlungsdienstleisters PayPal gestohlen habe.

Der GCHQ habe auch eine Technik eingesetzt, für die sonst die Hacker selbst bekannt sind. Mit massenhaften Anfragen legte der Geheimdienst die Chat-Kanäle lahm, in denen sich Anonymous-Anhänger trafen, so der Bericht.

Hackern drohten für solche DDoS-Attacken harte Strafen, rügte die Forscherin Gabriella Coleman. Sie kritisierte, dass wahrscheinlich auch Aktivisten ins Visier des Geheimdienstes geraten seien, die sich der Anonymous-Bewegung aus politischen Gründen angeschlossen hatten. Nur ein kleiner Teil der Mitglieder sei kriminellen Aktionen nachgegangen. (dpa/rs)

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