Public IT


Rogall-Grothe folgt auf Beus

Bundes-CIO schon wieder weg

Johannes Klostermeier ist freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media.

Rogall-Grothe noch kaum bekannt

In Internetforen wird die Ernennung von Rogall-Grothe kontrovers diskutiert. So kommentierte „Jan Dark“ bei Politik-Digital „Brutaler kann man das Desinteresse am Thema IT nicht ausdrücken als fortwährend fachfremde Beamte als Übergangslösung einzusetzen. Damit ist das Thema E-Government und IT-Sicherhit endgültig tot“. Ein anderer Nutzer weist hingegen darauf hin: „Beus hatte auch keine IT-Vergangenheit, als er startete. Könnte also noch werden. Und eine Frau ist auch mal was Neues.“ Im „GovernmentGovernment 2.0 Netzwerk Deutschland“ heißt es: „Wir hoffen jedoch, dass diese personelle Neubesetzung nicht die Tendenz verstärkt, die Veränderungen durch eine digitale Gesellschaft vornehmlich durch eine Rechts- und damit Gefahrenbrille zu sehen.“ Alles zu Government auf CIO.de

Der scheidende Bundes-CIO, Hans Bernhard Beus.
Der scheidende Bundes-CIO, Hans Bernhard Beus.

Der bisherige Bundes-CIO Staatssekretär Beus nannte in einem Interview kurz vor dem Bekanntwerden seines Wechsels als wichtigste Themen seines Amtes:

  • die Einführung des IT-Planungsrates zwischen Bund und Ländern im Frühsommer als Plattform im Föderalismus für E-Government

  • Ende des Jahres die Einführung des neuen Personalausweises mit der Möglichkeit, sich elektronisch zu identifizieren

  • die DE-Mail und das dazugehörige Gesetz für sichere E-Mail-Verbindungen, das zum Ende der vergangenen Legislaturperiode nicht mehr verabschiedet wurde, das die jetzige Koalition aber unterstützt

  • die bundeseinheitliche Behördenrufnummer D 115.

Im Internet finden sich bislang nur wenige Spuren des Wirkens von Frau Rogall-Grothe in der Vergangenheit. In der „Tageszeitung“ findet sich ein Artikel zum Thema Datenschutz mit folgendem Absatz über sie: „Auch ihre Chefin, eine elegante, strenge Dame in den Fünfzigern, schaltet am 13. Oktober im letzten Büro am Ende des langen Flurs ihren Computer ein. Cornelia Rogall-Grothe, Leiterin der Abteilung V im Innenministerium, ist die Frau, die im Hintergrund dafür sorgt, dass ihr Dienstherr Schäuble als Datenschützer dasteht. Rogall-Grothe soll den Adresshändlern Fesseln anlegen.“

In einem anderen Artikel von Heise.de zu einer Petition gegen Wahlcomputer wird sie ebenfalls zitiert: „Wir halten die Geräte für manipulationssicher“ bekräftigte sie dort die Haltung des Bundesinnenministeriums. Und weiter: „Wir meinen, dass die Gefahr beim Einsatz der Wahlgeräte nicht größer ist als bei der Briefwahl.

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