Mail-Systeme bereiten Sorgen

Business Continuity wird bei IT-Strategien wichtiger

19. November 2004
Von Detlef Scholz
Die Hälfte der europäischen Unternehmen erfährt pro Monat durchschnittlich eine 20 Minuten dauernde unvorhergesehene Ausfallzeit ihrer IT-Systeme. Die Verbesserung der Verfügbarkeit der Anlage ist für 40 Prozent der IT-Manager das wichtigste Motiv bei Investitionen in die IT. Das sind Ergebnisse einer Studie des Lösungsanbieters Synstar.

Ein Viertel der befragten europäischen Unternehmen muss laut eigener Angaben über eine Stunde ungeplante Ausfallzeit der IT pro Monat hinnehmen. Zwölf Prozent der Firmen erleben mehr als zwei Stunden IT-Ausfall im Monat. Pro Jahr verlieren sie somit mehr als drei Arbeitstage zu je acht Stunden. Am besten schneiden in Bezug auf die IT-Ausfälle die Briten ab. Drei Viertel der IT-Verantwortlichen dort gibt an, dass sie weniger als 20 Minuten Ausfallzeit pro Monat hinnehmen müssen. In Deutschland bleiben nicht mal die Hälfte der Unternehmen unter 20 Minuten. Am meisten schlagen sich die Spanier mit System-Ausfallzeiten herum: Nur ein knappes Drittel unterschreitet die 20-Minuten-Grenze.

Die Mehrzahl der deutschen Unternehmen hat über fünf Minuten ungeplante Systemausfallzeit pro Woche.
Die Mehrzahl der deutschen Unternehmen hat über fünf Minuten ungeplante Systemausfallzeit pro Woche.

30 Prozent der europäischen IT-Verantwortlichen bereiten Serverausfälle die meisten Sorgen. Ein Viertel fürchtet vor allem Viren- und Hackerattacken, die das ganze System lahm legen könnten. Spam-Flut und Stromausfälle machen je über zehn Prozent der IT-Manager nervös. In Deutschland und England sind auch Personalprobleme mit rund 15 Prozent Schuld an den Sorgenfalten der IT-Verantwortlichen. Der entsprechende Satz ist in den anderen Ländern deutlich geringer.

E-Mail gilt als sehr geschäftskritisch

Die geschäftskritischsten Anwendungen sind für 56 Prozent der europäischen Befragten E-Mail-, Daten- und Print-Services. Am wenigsten kritisch ist mit durchschnittlich 42 Prozent der Internetzugang. In Deutschland stufen 28 Prozent der IT-Verantwortlichen die E-Mail-Funktion als hochgradig geschäftskritisch ein. Für jeweils etwa ein Viertel der Deutschen ist eher das Print-, Buchführungs- und Datenbankensystem sehr geschäftskritisch. Zwei Drittel der deutschen IT-Manager sieht den Internetzugang als am wenigsten kritisch an.

In seltener Einmütigkeit bezeichnen die europäischen IT-Verantwortlichen die Beschäftigung mit IT-Strategie als den Aspekt ihrer Tätigkeit, der ihnen am meisten Spaß macht. Deutsche und Briten sind diesem Thema mit 45 und 46 Prozent besonders zugeneigt. Weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz landet in Deutschland das IT-Personal-Management. Diesen Bereich favorisieren 15 Prozent der deutschen Befragten. Am wenigsten können sich europäische IT-Manager für Desktop-Support und Wartung begeistern. Nur vier von hundert der deutschen Befragten genießen diesen Teil ihres Jobs. Damit sind sie in dieser Kategorie zusammen mit den Spaniern Schlusslicht in Europa.

Für den "Pressure Point Index V" befragte Synstar 700 europäische Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern.

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