Accenture-Studie

Business traut der IT-Abteilung nicht viel zu

14. September 2016
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Nur noch ein Drittel der Manager erhofft sich von der IT Innovationen. Vor zwei Jahren waren es noch 71 Prozent. Accenture nennt fünf Punkte, wie sich die IT wieder ins rechte Licht rücken kann.
Accenture hat eine Art Self Check für CIOs erstellt.
Accenture hat eine Art Self Check für CIOs erstellt.
Foto: Uber Images - shutterstock.com

Leise Töne schlagen die Analysten von Accenture in ihrer aktuellen Studie nicht an: "IT is dead. Long live IT!" nennen sie das Papier, das auf Angaben von rund 1800 Entscheidern basiert. Accenture plädiert für ein neues Rollenverständnis der IT als Service-Broker und Service-Hersteller.

Zunächst einmal haben die Analysten erhoben, wie der Einkauf von IT-Leistungen in den Unternehmen abläuft. Diesen prägt offenbar das As-a-Service-Modell. Eine deutliche Mehrheit von 70 Prozent der Befragten erklärt, Leistungen in Eigenregie ohne Absprache mit dem CIO zu beziehen. Accenture hat das weiter aufgeschlüsselt: 77 Prozent der Studienteilnehmer geben zu Protokoll, ihre interne IT könne mit der As-a-Service-Welt nicht mithalten. 42 Prozent sagen, die interne IT brauche länger.

IT wird nicht als Motor von Innovationen wahrgenommen

Einschätzungen, die mit insgesamt sinkenden Erwartungen an die IT einhergehen. Accenture fragt im Rahmen seiner jährlichen Technology Vision immer auch die Rolle der IT ab. In der aktuellen Version sehen lediglich 34 Prozent die IT als Motor von Innovationen - vor zwei Jahren waren es mit 71 Prozent noch deutlich mehr.

Dass das Ignorieren der IT Risiken birgt, ist nicht allen Befragten bewusst. Lediglich gut jeder Zweite spricht von Gefahren in Bezug auf Sicherheit oder ausufernde Kosten.

Als Fazit aus den genannten Angaben fordert Accenture CIOs zu einem grundlegend neuen Selbstverständnis auf. Sie sollen ein Service-Broker sein, der den Fachabteilungen die As-a-Service-Leistungen liefert, die diese haben wollen. Entweder erbringen sie die gewünschten Leistungen selbst, oder sie kaufen sie für die Fachabteilungen ein. Erbringen der CIO und sein Team die Leistungen selbst, müssen sie sich dabei am Wettbewerb orientieren. Idealerweise sind sie so gut, dass sie diese Services auch anderen Unternehmen verkaufen können.

Self Check für CIOs

Accenture leitet fünf Fragen ab, die sich CIOs stellen sollten:

1. Agieren wir als Kostenstelle oder als Umsatzbringer? CIOs, die ihre selbstentwickelten Services außerhalb des Unternehmens anbieten können, brauchen sich das nicht mehr zu fragen. Wer (noch) nicht so weit ist, muss wenigstens die Key Performance Indikatoren kennen, an denen er gemessen wird.

2. Wie oft bieten wir dem Business von uns aus neue Technologien oder neue Software Features an? Die externen SaaS-Anbieter tun das ganz sicher. An ihnen müssen sich CIOs orientieren.

3. An welchem neuen Produkt für unsere Kunden arbeiten wir gerade und wie lange werden wir brauchen, um es zu implementieren? An solchen Fragen zeigt sich laut Accenture die Innovationsfähigkeit einer IT-Abteilung am Deutlichsten.

4. Gesetzt den Fall, der Anwender hat Schwierigkeiten. Welche Möglichkeiten bieten wir ihm an, Tickets zu schreiben, und wie schnell lösen wir sein Problem? Auch in diesen Punkten sollten sich CIOs an der externen Konkurrenz durch Dienstleister orientieren. Sie müssen ihren "Kunden" (seien es Angestellte, Partner oder Endverbraucher) möglichst viele Wege anbieten, vom Telefon über die App bis zum Instant Messaging.

5. Welche Rolle spielen Plattformen für mich? Die Lösungen, die die IT-Abteilung entwickelt, sollten Plattform-basiert sein. IT-Entscheider müssen beziffern können, welche Ressourcen mit einem Austausch von Lösungen verbunden sind. Accenture nennt hier das Beispiel Technologien für die Finanzbranche. Könnte der CIO eine FinTech-Lösung kaufen und genau berechnen, wie sich diese auf Staffing, Ressourcen und finanzielle Erfordernisse auswirkt?

Im Nachwort greifen die Analysten das Motto ihrer Studie denn auch nochmals auf. Die "alte" IT ist tot schreiben sie - die "neue" möge lange leben.

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