IT-Projekt-Management

"Change Management muss Key User schützen"

31. August 2009
Von Nicolas Zeitler
Für Change Management und Trainings müssen Projekt-Manager je zehn Prozent des Budgets einplanen. Der größte Teil des Change Managements entfällt bei großen Projekten auf die Betreuung der Key User, erklärt Sascha Hüllen, Berater für Human Change Management bei Telekom Training.

CIO: Die Rollen- und Auftragsklärung ist laut einer Umfrage von Telekom Training für leitende Projektmitarbeiter das wichtigste Instrument beim Change Management. Hat Sie dieses Ergebnis überrascht?

Sascha Hüllen, Berater für Human Change Management bei Telekom Training, hält eine offene Kommunikation für unabdingbar, damit die Mitarbeiter Veränderungen annehmen.
Sascha Hüllen, Berater für Human Change Management bei Telekom Training, hält eine offene Kommunikation für unabdingbar, damit die Mitarbeiter Veränderungen annehmen.
Foto: Sascha Hüllen, Telekom Training

Sascha Hüllen: Nein. Gerade Menschen, die Erfahrung mit Change Management haben, bewerten solche weichen Faktoren sehr hoch. Besonders wichtig ist grundsätzlich die sogenannte "Change Story", also das Wissen darum, was hinter einem Veränderungsprozess steht. Wenn Fragen nach dem Warum, dem Ziel und dem Weg beantwortet sind und den Beteiligten klar ist, was die Veränderung für ihren Arbeitsplatz bedeutet, sind viele andere Fragen damit auch gleich ausgeräumt.

Schreckt die Führungsebene nicht manchmal davor zurück, so etwas klar mitzuteilen, weil sie dann womöglich mit Widerständen rechnen muss?

Unserer Erfahrung nach gehen Führungspersonen mit dem Thema Kommunikation sehr verantwortungsvoll um. Natürlich haben die meisten Mitarbeiter Angst vor Veränderung, aber wenn sie auf persönlicher Ebene wissen, wohin bei einem Projekt der Zug fährt, steigen ihre Zufriedenheit und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen, sofort.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Wenn ein Unternehmen zum Beispiel das HR-Modul von SAPSAP neu einführt, ändern sich womöglich viele Strukturen völlig - wer mit wem wie zusammenarbeitet. Eine konstruktive Beteiligung aller Betroffenen ist nur schwer möglich. Denn bei solch einer Veränderung müsste jeder sehr stark von sich persönlich Abstand nehmen, was große emotionale Stabilität erfordert. Stattdessen ist die FührungFührung gefragt, die Veränderung klar zu kommunizieren. Alles zu Führung auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de