Top-Manager streiten sich und wissen nicht, was sie wollen

Change Management scheitert an der Führungsriege

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Nur jeder vierte Manager ist mit den selbst gestalteten Veränderungsprozessen "voll zufrieden". Wer wissen will, woran es liegt, sollte in den Spiegel gucken - das ist zumindest das Fazit einer Studie zum Thema Change Management, die die Technische Universität München und der Düsseldorfer Berater C4 Consulting durchgeführt haben. Ihre These: Veränderungsprozesse scheitern vor allem am mangelndem Engagement der Führungsriege.

Diesen Punkt nennen 61 Prozent der Befragten als Hauptursache. 56 Prozent präzisieren ihre Kritik: Führungskräfte seien sich untereinander nicht einig, sie wüssten nicht, wie sie mit den Unsicherheiten der betroffenen Mitarbeitern umgehen sollen und könnten keine klaren Ziele und Visionen kommunizieren.

Mehr als jeder zweite Studienteilnehmer (52 Prozent) berichtet außerdem von mangelnder Unterstützung aus dem Linien-Management.

Die weiteren Kritikpunkte beziehen sich auf die Situation der Mitarbeiter. Die Hälfte der Befragten moniert, das Personal werde zu spät oder nicht ausreichend informiert. 46 Prozent geben an, die Mitarbeiter hätten zu wenig Möglichkeit, ihre Ängste und Widerstände zu bewältigen. 43 Prozent sehen ganz allgemein psychologische Faktoren in der Projektplanung vernachlässigt. 37 Prozent beklagen ungenügende personelle Ressourcen und 36 Prozent haben wenig Vertrauen in die Kommunikation zwischen Führungsebene und Mitarbeitern.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht erstaunlich, dass die Befragten 45 Prozent der Mitarbeiter für nicht bis wenig motiviert halten. Nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent) gilt als hochmotiviert.