Führungskräfte mit Definitionsschwäche

Change Management wird wichtiger

05. Februar 2004
Von Andreas Schmitz
Das Change Management ist in den Führungsetagen im deutschsprachigen Raum weiter auf dem Vormarsch. Fast 90 Prozent der Unternehmen gestehen dem systematischen Umgang mit Veränderung im Unternehmen einen sehr wichtigen oder wichtigen Stellenwert zu. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young. Befragt wurden dazu 91 Führungskräfte großer Unternehmen.

Problematisch ist, dass viele Führungskräfte weder die Definition von Change Management kennen, noch wissen, wie man entsprechende ProjekteProjekte umsetzt. "The only person who likes change is a wet baby" stand üblicherweise noch vor wenigen Jahren auf den Overheadfolien von Managerseminaren der 90er Jahre, schreibt der Leiter des Bereichs People Practice von Cap Gemini Ernst & Young Martin Claßen in seiner Studie "Change Management 2003/2008". Jetzt ist klar: Es gibt zu viele verschiedene Ansätze und zu wenig klare Ziele. Alles zu Projekte auf CIO.de

Berater Claßen: Viele Führungskräfte kennen nicht einmal die Definition von Change Management.
Berater Claßen: Viele Führungskräfte kennen nicht einmal die Definition von Change Management.

Insgesamt wird von sechs verschiedenen Herangehensweisen an das Thema Change Management ausgegangen. Doch geben zwei Drittel der 91 Befragten Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, keinen dieser Ansätze zu bevorzugen – weil diese noch nicht so recht praxistauglich seien.

Zwar sind sich die meisten Befragten der Bedeutung des Themas bewusst: Heute wird dieses Thema erst von zwei von fünf Führungskräften als sehr wichtig einstuft, in vier Jahren sollen es bereits 60 Prozent sein.

Gerüstet für ein erfolgreiches Change Management sind allerdings offensichtlich die wenigsten: "Viele der Befragten setzen hohe Maßstäbe ans Change Management", so Claßen von Cap Gemini Ernst & Young, "doch dann sind nicht einmal Business Cases dafür da. Auf die Frage: 'Wollen Sie es haben?' kam ein eindeutiges "Ja". Doch auf die Frage, ob sie einen Business Case gemacht hätten, kam dann ein: "Nein, so richtig haben wir noch nichts gefunden".

In Zahlen heißt das: 79 Prozent der Befragten sagten, dass sie einen Business Case und damit auch eine valide Kosten- Nutzenrechnung haben wollen. Nur 13 Prozent der Befragten gaben allerdings zu, einen Business Case tatsächlich gemacht zu haben. Weitere 48 Prozent gaben an, ihre ökonomischen Messgrößen für dieses Projekt in die Gesamtinvestitionen einfließen zu lassen und 39 Prozent gaben zu, keinen Business Case dafür aufgestellt zu haben. Zudem sind die Erfahrung bei früheren Veränderungen und persönliche Überzeugungen der Studie nach die wichtigsten Gründe für entsprechende Projekte – keine harten Fakten also.

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Thema: Projekte

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