Management-Trends 2012

Chefs brauchen Körperempfinden

Andrea König schreibt seit 2008 für CIO.de. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager. Die Arbeit als freie Autorin für verschiedene Redaktionen ist mittlerweile kein Vollzeitjob mehr - hauptberuflich arbeitet sie als PR-Beraterin bei einer Hamburger Kommunikationsagentur.
Mitarbeiterorientierung wird neue Kernkompetenz für Chefs. Top-Kräfte sollten auch mal 60 Tage Urlaub bekommen, so Karriereexperte Raoul Wintjes im Interview.

CIO: 2011 war unter anderem ein Jahr, in dem viel über Burnout gesprochen wurde. Was kommt 2012?

Raoul Wintjes: Das Massen-Phänomen Burnout wird langsam entmystifiziert. Ein bewussterer Umgang mit den eigenen Ressourcen wird gesellschaftsfähig. Chefs achten mehr darauf, wie sie selbst und ihre Mitarbeiter arbeiten.

CIO: Wie achten Chefs darauf?

Mitarbeiterorientierung bei Chefs ist für Raoul Wintjes eines der wichtigsten Karrierethemen 2012.
Mitarbeiterorientierung bei Chefs ist für Raoul Wintjes eines der wichtigsten Karrierethemen 2012.
Foto: Raoul Wintjes

Raoul Wintjes: Klappen Sie einmal die Grundsätze der "Kundenorientierung" auf den Begriff "Mitarbeiterorientierung" um. Chefs sollten zuhören können und die richtigen Fragen stellen. Einwände der Mitarbeiter sollten sie nicht als Kritik an der eigenen Person wahrnehmen, sondern als wertvolle Denkanstöße. Wer das erfolgreich umsetzt, motiviert nicht nur, sondern schafft auch eine neue Art der Mitarbeiterbindung.

CIO: Was kann man noch konkret tun?

Raoul Wintjes: Mitarbeiterorientierung äußert sich auch in einem konsequent partizipativen Führungsstil. Nehmen Sie zum Beispiel das Unternehmen Alnatura. Hier arbeitet man sehr transparent und informiert die Mitarbeiter. Die Marktleiter stellen allen Angestellten die aktuellen Zahlen zur Verfügung. So erhalten die Mitarbeiter kontinuierlich Feedback und das motiviert ungemein.

CIO: Welche weiteren Entwicklungen erwarten Sie für 2012?

Raoul Wintjes: Gerade erfahrene Fach- und Führungskräfte können bei der JobsucheJobsuche immer mehr Vorteile für sich aushandeln: Extraleistungen wie 60 Tage Urlaub oder 30 Tage Urlaub am Stück sind für gefragte Mitarbeiter durchaus denkbar. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung der Präsenzkultur ab. Alles zu Jobsuche auf CIO.de

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