Umsatzentwicklung dennoch positiv

Chip-Designer ARM stolpert über teure Rechtsstreits

24. Juli 2013
Das britische Chip-Design-Unternehmen ARM profitiert zwar weiter vom Smartphone- und Tabletboom. Allerdings ließen millionenschwere Kosten für Patent- und Lizenz-Streitigkeiten den Gewinn einbrechen.

Abseits des Gewinneinbruchs zeigte sich der neue Unternehmenschef Simon Segars aber zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf. Das Unternehmen habe so viele Aufträge wie noch nie und rechne damit, die Umsatzerwartungen 2013 mindestens zu erfüllen.

Im zweiten Quartal konnten die Briten, deren Technologie unter anderem in Apple-Produkten steckt, ihren Umsatz um 26 Prozent auf 171,2 Millionen britische Pfund (knapp 200 Mio. Euro) steigern. Der Gewinn vor Steuern brach indes von 54,8 auf 15,0 Millionen Pfund ein. Dahinter stecken Kosten von 41,8 Millionen Pfund für zwei Rechtsstreite, in denen es um Lizenzen und Patente ging. In einem Fall zahlte ARM Schadenersatz, im anderen einigte sich das Unternehmen auf einen Vergleich. Bereinigt um diese Sonderkosten übertraf ARM sowohl mit dem Gewinn- als auch mit dem Umsatzwachstum die Erwartungen der Analysten.

ARM verdient sein Geld vor allem mit Handychips, Lizenzgebühren und einer Abgabe für jedes Gerät, das auf der Chip-Architektur der Briten basiert. ARM ist mit seinen stetigen Zuwächsen in den vergangenen Jahre eine Ausnahme in der Halbleiterbranche.

Üblicherweise sind Chip-Produzenten größere Schwankungen gewohnt. Texas Instruments machte jüngst mit seinen Aussagen zum Auftragseingang der ganzen Branche Mut, nachdem viele Unternehmen einen eher schwachen Jahresstart erwischt hatten.

Die ungewöhnliche Prognose von ARM, mindestens die Erwartungen zu erfüllen, hat bei den Briten fast schon Tradition. Demnach dürfte das Unternehmen im Gesamtjahr mindestens auf einen Umsatz von 698 Millionen Pfund kommen, soviel erwarten Analysten derzeit im Schnitt. Das wäre ein Zuwachs von mehr als einem Fünftel im Vergleich zum Vorjahr. (dpa/rs)

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