Karrieren

CIO - Career is not over

05. September 2005
Von Marita Vogel
Drei Aufsteiger der letzten Monate belegen: CIO steht nicht für "Career is over. Wer Geschäftsprozesse im Blick hat und Kosten nicht aus den Augen verliert, kann auch als CIO noch weiter aufsteigen. Wir zeigen die Do's und Don'ts für einen weiteren Karriereschritt nach vorne.

Monika Ribar war einmal CIO. Fast fünf Jahre lang hat sie beim Logistikkonzern Panalpina in Basel die IT gelenkt. Vor drei Monaten ist sie zum Finanzvorstand aufgestiegen. "Beworben habe ich mich um den Job nicht", sagt die 43-Jährige. "Ich wurde vom Aufsichtsrat gefragt, ob ich diese Aufgabe übernehmen will." Karriereplanung im klassischen Stil habe sie nie betrieben. "Ich wollte immer was bewegen, was verändern", beschreibt Ribar ihren Antrieb. Macht ausüben? "Wenn das dazugehört - natürlich, warum denn nicht?", sagt die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin. Leistung und Können hält sie für wichtig. Oft seien es allerdings Zufälle gewesen, die sie die Karriereleiter nach oben gehen ließen.

Monika Ribar
Monika Ribar

Diese Zufälle lassen sich lenken, darin sind sich Personalberater einig: "Wer gute Leistung über einen längeren Zeitraum so erbringt, dass die Wertschöpfung des Unternehmens verbessert wird, hält sozusagen die Eintrittskarte für den Zug nach ganz oben in der Hand," sagt Katja Hollaender-Herr, die neuerdings als Partnerin bei der Personalberatung Heidrick & Struggles für IT-Führungskräfte zuständig ist. Expertenwissen im Bereich IT allein reiche bei weitem nicht aus. "Das wird vorausgesetzt."

Der Techie ist out

So sieht das auch die Jury des Wettbewerbs um den Preis "CIO des Jahres". Redakteure von Computerwoche und CIO sowie Experten aus der Wissenschaft werten zurzeit die Bewerbungen der IT-Manager aus. Technische Kenntnis ist dabei nur ein Indikator für eine mögliche Auszeichnung. Viel wichtiger bewerten die Juroren Rolle und Selbstverständnis des CIOs sowie den Nachweis über ProjekteProjekte, die Prozesse im Unternehmen verschlanken und Kosten reduzieren. Die Ergebnisse dieser Auswahl werden Computerwoche und CIO im Dezember präsentieren. Alles zu Projekte auf CIO.de

Vorbilder: Wie man "CIO des Jahres" wird
Vorbilder: Wie man "CIO des Jahres" wird

Reine Dienstleister ohne Aufstiegschance

Einer der Preisträger des Jahres 2004 ist Dirk Berensmann. Der 42-jährige Vorstand für IT, Operations und Transaction Banking der Deutschen Postbank AG belegte den ersten Platz für eine gemeinsam mit SAPSAP entwickelte Standardsoftware. Mit ihrer Hilfe betreibt die Postbank nun das Transaction-Banking auch als Dienstleister für andere BankenBanken. Bereits im ersten Jahr konnte der CIO dadurch schwarze Zahlen schreiben. Das dürfte der Grund sein, dass Berensmann ganz unbescheiden sagt: "Erfolg ist alles." Zufriedenheit der User oder Reibungslosigkeit der IT-Abläufe hält er dabei nur dann für Indikatoren, wenn sie quantifizierbar sind. Berensmann: "Erfolg ist in Zahlen und Ergebnissen messbar. Alles andere zählt nicht." Alles zu SAP auf CIO.de Top-Firmen der Branche Banken

Dirk Berensmann, Vorstand für IT, Operations und Transacting Banking, Postbank: "Erfolg ist alles. Erfolg ist in Zahlen und Ergebnissen messbar. Alles andere zählt nicht."
Dirk Berensmann, Vorstand für IT, Operations und Transacting Banking, Postbank: "Erfolg ist alles. Erfolg ist in Zahlen und Ergebnissen messbar. Alles andere zählt nicht."

Etliche IT-Manager neigen nach Ansicht von Personalberatern dazu, die Erfolge auf dem falschen Feld zu suchen. "Viele sind noch immer dem rein passiven Dienstleistungsgedanken verhaftet", hat etwa Gerhard Barth beobachtet, der als Sprecher der Geschäftsführung in der Personal- und Unternehmensberatung SUP in Frankfurt überwiegend im IT- und TK-Bereich tätig ist. "Sie sehen ihre Aufgabe als hervorragend erfüllt an, wenn sie den Anforderungen des Business schnell und komplikationsfrei nachkommen." Doch das reiche bei weitem nicht: Kreativität seien gefragt, proaktives Handeln und eben Wertschöpfung.