IT-Trend-Studie 2009: ERP und Services vor Sicherheit

CIOs verfehlen ihre Ziele bei der Industrialisierung der IT

20. März 2009
Von Nicolas Zeitler
Die Fertigungstiefe in den IT-Abteilungen steigt, obwohl die CIOs sie senken wollen. Am größten ist die Eigenleistung im Anwendungsmanagement. Zu den wichtigsten Themen haben sich ERP-Harmonisierung und Service Management entwickelt.

CIOs deutscher, österreichischer und Schweizer Unternehmen lassen ihre Mannschaft wieder mehr Aufgaben selbst erledigen. Seit 24 Monaten steigt in den IT-Abteilungen die durchschnittliche Fertigungstiefe, wie das Beratungsunternehmen Capgemini in einer Befragung herausgefunden hat. Dabei planen die Verantwortlichen eigentlich das Gegenteil: Sie wollen die Industrialisierung vorantreiben.

Als Gradmesser fragte Capgemini nach der Eigenleistungstiefe für verschiedene Dienstleistungen. Am höchsten ist sie im Anwendungsmanagement. Diese Aufgabe führen die IT-Abteilungen zu 64 Prozent selbst aus. Am wenigsten Eigenleistung steckt in der Software-Entwicklung, die Firmen zu 45 Prozent selbst übernehmen.

Die Studienautoren schließen aus den erhobenen Zahlen, dass die Firmen bisher ihre Ziele bei der Industrialisierung nicht erreichen. Denn die CIOs gaben gleichzeitig an, die Eigenleistung deutlich senken zu wollen. Am stärksten soll das beim Management der Infrastruktur geschehen, von jetzt 61 Prozent auf 46 Prozent Eigenleistung in fünf Jahren.

Die Industrialisierungspolitik der einzelnen Befragten weicht zum Teil stark von den Durchschnittswerten ab. Capgemini hat die Firmen in vier Gruppen eingeteilt. Ein gutes Drittel zählt demnach zur Gruppe der sogenannten "Leader", die sich schon jetzt durch eine unterdurchschnittliche Eigenleistungsquote von etwa 31 Prozent auszeichnen. IT-Abteilungen solcher Firmen sind in der Regel klein und stehen unter hohem Kostendruck. Sie lassen große Teile ihrer Leistungen von externen Partnern erbringen, bei der Software-Entwicklung sind es um die 80 Prozent.