Rezession verursacht Machtverschiebung

CIOs verlieren Einfluss an CFO

10. März 2009
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Die IT hat in Krisenzeiten keinen guten Stand im Unternehmen. Jede Ausgabe landet auf dem Prüftisch. Vor allem der CFO nimmt dem CIO Aufgaben ab. Unsere amerikanische Schwesterpublikation CIO.com hat die Situation kommentiert.

Sie spüren ihn womöglich, den unaufhaltsamen Sog, der sich seit Beginn der Rezession aufbaut. Es ist der Sog, der den Einfluss der CIOs im Unternehmen absaugt.

An ihrem Arbeitsplatz spüren Sie diese Entwicklung bislang vielleicht nur leicht. Aber Sie spüren sie. Mit jedem Tag werden CIOs ein weiteres Stück in ihrem Aufgabenbereich beschnitten. Ein Überblick darüber, wer dem CIO alles reinpfuscht:

  • Der CFO, der radikal in das IT-Budget eingreift.

  • Das Management-Team, das etwa nach einer Software-Implementation schnellere Ergebnisse einfordert.

  • SaaS-Anbieter meiden den CIO und verkaufen direkt an die Leiter der einzelnen Geschäftsgebiete.

  • Der Leiter der Zuliefererketten, der frustriert darüber ist, dass er mit China immer noch per Fax kommunizieren muss.

  • Und schließlich der CEO, der das Gefühl hat, dass der CIO und sein Team bessere Arbeit leisten könnten.

Wahrnehmung ist, wie immer, alles. Heute sogar noch mehr als früher. Aktuelle Studien zeichnen ein düsteres CIO-Bild. So zitiert CIO.com eine Forrester-Studie, in der das Top-Management die Akquise und das Halten von Kunden für die Priorität von IT-Abteilungen hält. Und wie gut bewerteten diese Top-Manager die Performance der CIOs in diesem Bereich? Mehr schlecht als recht. Knapp die Hälfte der Top-Manager bewertete die Leistung der IT-Abteilungen als "ausreichend" oder "mangelhaft". Fünf Prozent sagten sogar, die IT würde überhaupt nichts dafür tun, ihre Kunden zu halten.

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