Trotz Gewinnsprung

Cisco streicht 4.000 Jobs

16. August 2013
Cisco Systems ist eines der herausragenden Unternehmen im Silicon Valley. Ohne die Netzwerk-Technik der Kalifornier liefe im Internet kaum etwas. Nun macht das Unternehmen durch einen Stellenabbau negative Schlagzeilen.

Trotz eines beachtlichen Gewinnzuwachses müssen die Mitarbeiter beim weltgrößten Netzwerk-Ausrüster Cisco um ihre Jobs bangen. Das Management des US-Konzerns streicht 4.000 Stellen und damit fünf Prozent aller Arbeitsplätze. Das kündigte Finanzchef Frank Calderoni in einer Telefonkonferenz mit Analysten an.

Konzernchef John Chambers begründete den Schritt mit einer langsamen wirtschaftlichen Erholung und der Notwendigkeit, das Unternehmen durch kleinere Teams wendiger zu machen. So sollen vor allem Stellen im mittleren Management wegfallen. Der Abbau kostet Cisco allerdings zunächst 550 Millionen Dollar (414 Mio Euro), zum Beispiel wegen Abfindungen. Die Aktie fiel am Donnerstag vorbörslich um acht Prozent.

Nur eine Stunde vor Bekanntgabe der Stellenstreichungen hatte Chambers ein neuerliches Rekordgeschäft vermeldet. Der Umsatz im vierten Geschäftsquartal (bis Ende Juli) war um sechs Prozent auf 12,4 Milliarden Dollar gestiegen. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 18 Prozent auf unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar.

Cisco stellt Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Die Technik der Kalifornier steckt in den meisten Firmen-Netzwerken und sorgt dafür, dass das Internet läuft. Der Konzern profitiert von der wachsenden Bedeutung von Cloud-Diensten, also der Auslagerung von Daten und Programmen auf große Rechner im Internet. Auch die steigende Verbreitung vom SmartphonesSmartphones und Tablet-Computern kommt Cisco zugute. Alles zu Smartphones auf CIO.de

Chambers hatte erst vor zwei Jahren einen Konzernumbau angestoßen und dabei den Abbau von 6500 Jobs angekündigt, um die Kosten zu drücken. Der Konzernchef stellte die gefloppten Flip-Videokameras ein, gab das Werk im mexikanischen Juarez an den asiatischen Auftragsfertiger Foxconn ab und verkaufte die Heimanwender-Tochter Linksys an den Computerzubehör-Spezialisten Belkin. (dpa/rs)

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