Strategien


Vernetzte Maschinen

Cobot statt Robot

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Maschinen, die sowohl untereinander als auch mit ihren menschlichen Kollegen vernetzt sind, gelten als Zukunft in Autobau und Fertigung. Der Berater Accenture gibt Tipps für die Vorbereitung.
Auch Accenture unterstützt die These von einer Connected Industrial Workforce, bei der Mensch und Roboter zusammenarbeiten.
Auch Accenture unterstützt die These von einer Connected Industrial Workforce, bei der Mensch und Roboter zusammenarbeiten.
Foto: Armin Weiler

Nach dem Robot kommt der Cobot. Der unterscheidet sich durch Vernetzung und damit CollaborationCollaboration von seinem Vorgänger. Der Berater Accenture spricht in seiner Studie "Machine dreams: Making the most of the connected industrial workforce" bereits von Cobots. Die Studie basiert auf Angaben von rund 500 Entscheidern aus Europa, den USA und Asien. Tenor: Die Erwartungen sind hoch, die Umsetzung ist schwierig. Alles zu Collaboration auf CIO.de

Lediglich gut jeder fünfte Befragte (22 Prozent) beansprucht für sich, umfassende Lösungen für eine Connected Industrial Workforce einzusetzen. 85 Prozent der Studienteilnehmer bezeichnen sich denn auch als Mitläufer oder sogar Nachzügler.

Schwierigkeiten entstehen den Befragten vor allem aus dem Mangel an ausreichend qualifizierten Mitarbeitern. Vorreiter-Unternehmen stellen bereits Experten für die Qualifizierung der Belegschaft ein. Außerdem sehen die Studienteilnehmer Probleme bei Datensicherheit und möglichen Systemausfällen wegen der Komplexität der Umsetzung.

6 Ratschläge von Accenture

Accenture gibt Entscheidern sechs Ratschläge:

1. Die vollen Möglichkeiten der Connected Industrial Workforce erkennen

Das Ausschöpfen des neuen Potenzials beginnt damit, sich alle Möglichkeiten der nahtlosen Mensch-Maschine-Interaktion bewusst zu machen. Diese beziehen sich nicht nur auf Effizienz und Produktivität, sondern beispielsweise auch auf transparentere Abläufe und verbesserte Kollaboration über die Firmengrenzen hinaus.

2. Die Chancen für das eigene Unternehmen identifizieren

Für die eine Firma liegen neue Chancen vor allem im Bereich Analystics, für die andere im Erschließen breiterer Ecosysteme. Überdurchschnittlich erfolgreiche Unternehmen sehen sich laut Accenture sehr genau an, wo sie profitieren können.

3. Die Hürden erkennen

Hemmnisse für das Umsetzen einer Connected Industrial Workforce mögen in der Integration mit Legacys liegen. Oder in mangelnder Datenqualität. Oder bei der Sicherheit. Solche Fragen müssen geklärt sein.

4. In Forschung und Entwicklung investieren

Besonders erfolgreiche Firmen zeichnen sich durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung aus. Das sei vorbildhaft, so Accenture.

5. Die Roadmap festlegen

Die Umsetzung funktioniert nicht ohne stabile Governance, betont Accenture. Rollen, Verantwortlichkeiten und Interessen müssen definiert sein. Entscheider sollten alle Stakeholder informieren, alle Ziele identifizieren und die Ergebnisse tracken.

6. Neue Job-Profile identifizieren

Programmierer, Analysten, Data-Scientists sowie Experten für die Koordination der Cobots und ihre Wartung - die Liste der nötigen Experten ist lang. Entscheider müssen diese Job-Profile identifizieren und festlegen, welche Mitarbeiter intern entwickelt werden können und welche neu eingestellt werden müssen.

Accenture entwirft eine Vision von Cobots, die, von ihren "menschlichen Kollegen" angelernt, mit diesen Hand in Hand arbeiten. Diese Roboter werden nicht mehr in Käfigen operieren, weil sie eben durch die smarte Vernetzung keine Gefahr für den Menschen mehr darstellen.

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