Martin Blessing

Commerzbank-Chef Blessing will nicht aufgeben

09. August 2013
Der in der Kritik stehende Commerzbank-Chef Martin Blessing kämpft um sein Amt. "Ich kann und will den Umbau der Commerzbank erfolgreich zu Ende bringen - das ist mein Ziel", sagte der Manager dem "Handelsblatt".

"Es wäre absurd, vorzeitig aufzugeben, wenn man schon den größten Teil der Strecke absolviert hat." Kritik sporne ihn nur an. "Wir Commerzbanker haben ein starkes Überlebensgen. Je stärker die Kritik von außen, umso mehr wollen wir es den Kritikern beweisen."

Angesichts eines seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 um fast 95 Prozent eingebrochenen Aktienkurses und der bislang ausgebliebenen Ergebniswende waren zuletzt besonders aus Berliner Politikkreisen Stimmen laut geworden, die auf eine Ablösung Blessings bei der teilverstaatlichten Bank drängen. Blessing bat im Interview erneut um Geduld. "Ich bin der Erste, der den Turnaround gerne früher realisieren würde, aber der Reformprozess braucht leider seine Zeit."

Blessing erklärte, dass es zum eingeschlagenen Weg keine Alternative gebe. "Wir haben alle Optionen geprüft. Das Ergebnis ist klar: Nur der jetzige Weg macht Sinn. Und deshalb muss man ihn zu Ende gehen." Entscheidend sei der beschleunigte Abbau von Risikopapieren. Dafür opfere die Bank auch die Gewinne aus dem Kerngeschäft. Er sei überzeugt, dass der Aktienkurs sofort steigen werde, wenn die Abwicklungssparte auf ein "verträgliches" Niveau gesunken sei und wieder mehr Kapital für das Kerngeschäft bleibe. Die konzerneigene "Bad Bank" soll bis Ende des Jahres ihren Anlagenbestand auf unter 125 Milliarden Euro reduzieren, bis Ende 2016 auf unter 90 Milliarden.

Bedeckt hielt sich Blessing bei der Frage, wann es wieder eine Ausschüttung für die Aktionäre gibt. "Für das Jahr 2013 wird es keine Dividende geben. Und für 2014 trifft kaum jemand heute schon eine Aussage, auch ich nicht." Am Donnerstag hatte der Aktienkurs der Commerzbank nach überraschend guten Quartalszahlen und Erfolgen beim Abbau der Risiken knapp 16 Prozent zugelegt. (dpa/rs)

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