Server-Konsolidierung

Commerzbank senkt IT-Kosten

03. Februar 2003
Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Die Commerzbank hat den Umzug ihres Rechenzentrums innerhalb Frankfurts zur Konsolidierung der Server-Umgebung genutzt. Neben der Kostensenkung brachte die Restrukturierung dem Bankhaus Vorteile bei Stabilität, Performance und Gewährleistung.

Im Commerzbank-Rechenzentrum, wo früher mehr als 25 unterschiedlich große Server-Systeme von Sun Microsystems und Fujitsu Siemens ihren Dienst taten, steht seit Ende vergangenen Jahres eine einheitliche Basis von 18 Servern. Die sieben Sun-Fire-15K-Server neuester Generation sind mit jeweils 72 Ultrasparc-III-Prozessoren ausgestattet, die elf "E10K"-Systeme mit je 64 Prozessoren. "Vorrangiges Ziel der Umstellung war die Senkung der IT-Kosten", sagt Peter Kraemer, Konzernleiter IT-Production. "Dafür haben wir den Hardware-Anbietern in der Ausschreibung klare Vorgaben gemacht."

Bedingung war die Übernahme der alten Server - auch die des Mitbewerbers - zum Buchwert von rund 25 Millionen Euro sowie die komplette Erneuerung der Systembasis bei deutlicher Senkung der Produktionskosten. Kraemer hat seine Ziele erreicht: "Wir konnten nicht nur unsere Umzugskosten in beachtlichem Umfang drücken; auch unsere IT-Betriebskosten sinken im laufenden Jahr um rund 30 Prozent." Die Server-Konsolidierung macht natürlich nur einen Teil der groß angelegten Kostensenkungsinitiative aus. Auch in anderen Bereichen, etwa beim Storage-Management, hat die Commerzbank deutliche Einsparungen erzielt, die sich jährlich auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren.

Obwohl Sun Konzessionen gemacht hat, ist der Systemanbieter zufrieden, dass er sich bei dem Sale-and-lease-back-Geschäft gegen die Konkurrenz behaupten konnte. Herbert Schmoll, Vertriebschef BankenBanken und VersicherungenVersicherungen bei Sun Microsystems: "Die Commerzbank ist weltweit einer der größten Anwender unseres Betriebssystems Solaris. Es hat auch strategische Bedeutung, hier als primärer Hardware-Supplier aufzutreten. Aber natürlich rechnet sich das Geschäft für uns, sonst hätten wir es nicht gemacht." Neben den marktüblichen Leasing-Raten für die neue Hardware zählt für ihn die Option, beim künftigen Ausbau als strategischer Partner dabei zu sein. Top-Firmen der Branche Banken Top-Firmen der Branche Versicherungen

Operative Risiken verringert

Commerzbanker Kraemer konnte mit dem Deal seine Kostenrechnung von der Abschreibung auf günstigere Leasing-Raten umstellen. "Das bringt eine deutliche Einsparung, weil wir die Geräte vor gut zwei Jahren in einer absoluten Hochpreisphase für Hardware gekauft haben", freut er sich. Und die Umstellung hat weitere Vorteile: Die Geräte kommen mit einer neuen Gewährleistungsfrist von drei Jahren, und die homogene Systemlandschaft führt zu einem merklich geringeren Aufwand für Betrieb und Wartung. Neben dem Upgrade auf die neue Solaris-Version verzeichnet Kraemer die gestiegene Performance in vielen Bereichen als positiven Effekt.

Peter Kraemer, Konzernleiter IT-Production: "Unsere IT-Betriebskosten sinken im laufenden Jahr um rund 30 Prozent."
Peter Kraemer, Konzernleiter IT-Production: "Unsere IT-Betriebskosten sinken im laufenden Jahr um rund 30 Prozent."

Ein anderer Grund für die Entscheidung zugunsten von Sun Microsystems: Die Sun-Plattform verringert die operativen Risiken der Bank, weil alle Mission-Critical-Anwendungen im Investment-Banking von den Software-Herstellern bereits für die Sun-Hardware zertifiziert waren. Dies spielt nicht nur vor dem Hintergrund der "Mindestanforderungen an das Betreiben von Handelsgeschäften der Kreditinstitute" der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht eine Rolle, sondern mittelfristig auch bei der Einstufung nach den Kreditvergaberichtlinien Basel II.

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