Beratungsgespräche verdoppeln

Commerzbank testet neues Filialkonzept in Städten

03. Dezember 2013
Die Commerzbank steht vor dem nächsten Schritt ihres großangelegten Umbaus im Privatkundengeschäft.

In Berlin und Stuttgart will das Institut in den kommenden Wochen Filialen mit einem veränderten Konzept öffnen. "Wir müssen mehr aus den Filialbesuchen unserer Kunden machen", sagte der für private Kunden zuständige Bereichsvorstand Michael Mandel am Dienstag in Frankfurt. Hauptziel sei es, stärker mit den Kunden in Kontakt zu kommen und die Zahl der Beratungsgespräche zu verdoppeln.

Bislang würden gerade einmal acht Prozent der Besuche in einer Filiale zu einer Beratung genutzt. Ändern will die Commerzbank das unter anderem mit einer offeneren Ansprache der Kunden. Dazu soll auch der Geldautomatenbereich besser in die Gesamtfilialen integriert werden. Nach rund einem Jahr will das Institut Bilanz ziehen und entscheiden, ob das neue Konzept flächendeckend ausgerollt wird.

Vor allem weitet die Commerzbank in den Test-Niederlassungen die Öffnungszeiten aus. Von 8 bis 19.30 Uhr sind die Mitarbeiter künftig da. Dadurch steigen die wöchentlichen Öffnungszeiten von 32 auf 57,5 Stunden. Das will die Commerzbank ohne Neueinstellungen schaffen. Stattdessen sollen die Mitarbeiter künftig versetzt arbeiten. Dies sei mit den regionalen Betriebsräten abgestimmt. Eine Öffnung am Samstag ist bislang durch die Tarifverträge ausgeschlossen.

Die Commerzbank hatte den Umbau vor gut einem Jahr gestartet. Damit reagierte sie auf die sinkenden Erträge im Privatkundengeschäft. Nach eigenen Angaben zahlen sich die Investitionen bereits aus. Seit Jahresbeginn gewann der Konzern netto 200.000 private Kunden, davon zwei Drittel in der Filialbank. Zudem blieb der Gewinn überraschend stabil. Nach neun Monaten hatte der Bereich operativ bereits 165 Millionen Euro verdient. Ursprünglich hatte das Institut in der Sparte im Gesamtjahr nur ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Bis 2016 soll der Bereich mehr als 500 Millionen zum Konzerngewinn beisteuern. Die Kundenzahl soll dann von derzeit rund elf Millionen um eine Million gestiegen sein. (dpa/rs)

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