IT Excellence Benchmark


IT Excellence Benchmark 2009

Communities gibt es nur im echten Leben

24. September 2009
Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Jeder zweite Bundesbürger ist in einem Online-Netzwerk aktiv, besagt eine aktuelle Emnid-Umfrage. Der IT Excellence Benchmark 2009 (ITEB) belegt allerdings: Unternehmen haben mit Social Software und Web 2.0 nichts am Hut.
Die IT Excellence Benchmark 2009 fand dieses Jahr im Münchener Charles Hotel statt.
Die IT Excellence Benchmark 2009 fand dieses Jahr im Münchener Charles Hotel statt.

Social Networks klicken selbst im Sommer. SchülerVZ hat es im August auf mehr als sechs Milliarden Page Impressions gebracht, gefolgt von Wer-kennt-wen.de mit 4,5 Milliarden und StudiVZ mit 3,9 Milliarden. Zum Vergleich: Selbst ein Medienunternehmen wie bild.de kommt nur auf 1,4 Milliarden, wenn draußen die Sonne scheint. Von Unternehmen außerhalb der Medienbranche ganz zu schweigen.

Zwar beteuern alle Firmen, dass sie auch gerne so viel Aufmerksamkeit wie die Social Networks hätten. Und natürlich würde man sich auch wünschen, dass die Mitarbeiter so fleißig miteinander agieren wie abends bei FacebookFacebook et al. Sie tun allerdings wenig dafür. Das ist ein Ergebnis des IT Excellence Benchmark, die CIO zum dritten Mal gemeinsam mit der TU München und der business group
munich (bgm) veranstaltet hat. Alles zu Facebook auf CIO.de

Danach gehört der Austausch von Informationen und Dokumenten via E-Mail zwar zum Standard. ToolsTools wie Blogs, RSS-Feeds oder Instant Messaging sind dagegen weitgehend unbekannt. 56 Prozent der befragten Mitarbeiter antworteten, dass sie Wikis entweder nicht kennen oder nicht wissen, ob es das in ihrem Unternehmen gibt. Weitere 18 Prozent lehnen solche Tools zudem ab. Bei Blogs und RSS-Feeds betrug die Zahl der Nichtkenner und Nichtwisser sogar 63 Prozent, die der Ablehner 25 Prozent. Alles zu Tools auf CIO.de

Web 2.0 – "nahe am Gefrierpunkt"

Professor Helmut Krcmar von der TU München mit dem diesjährigen Gewinner Peter Meyerhans von Drees & Sommer (rechts).
Professor Helmut Krcmar von der TU München mit dem diesjährigen Gewinner Peter Meyerhans von Drees & Sommer (rechts).

Auch die Mitarbeiter von Peter Meyerhans haben Probleme mit Web-2.0-Anwendungen. Die ITEB-Frage nach den Collaboration-Tools ergab eine Stimmung „nahe am Gefrierpunkt“, wie der Geschäftsführer von Drees & Sommer, einem Unternehmen für Projekt-Management, Bauberatung und Engineering, zugibt. „Dabei haben wir vor zehn Jahren das erste Collaboration-Tool entwickelt, das wir seitdem erfolgreich einsetzen.“ Auch ein Wiki, seit zwei Jahren in einem Teilbereich im Einsatz, gehört zu den Erfolgsgeschichten beim 1000-Mitarbeiter-Unternehmen Drees & Sommer. "Aber wir haben es wohl versäumt, unseren Mitarbeitern mitzuteilen, dass es sich hier um Web-2.0-Technologien handelt. So arbeiten alle damit, wissen es aber nicht", erklärt Meyerhans die schlechten Ergebnisse auf diese Frage.