Finance IT


Wirtschaftskriminalität verhindern

Compliance darf nichts kosten

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
IT-Tools stehen weniger hoch im Kurs als das Vertrauen auf das Vieraugen-Prinzip. Banken klagen über inkompatible IT-Systeme und fehlendes eigenes Wissen.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. Dieses Motto scheint bei europäischen BankenBanken und Finanzdienstleistern zu herrschen. Hintergrund ist eine Studie des Beraters Steria Mummert über den Kostendruck im Bereich ComplianceCompliance. Demnach muss die Prävention von Wirtschaftskriminalität offenbar vor allem eins sein, nämlich billig. Alles zu Compliance auf CIO.de Top-Firmen der Branche Banken

Konkret: Banken sehen sich gezwungen, das Kosten-Nutzen-Verhältnis ihrer Abwehrstrategien zu überprüfen. Am besten schneiden dabei die Maßnahmen ab, denen Sicherheitsexperten "die beste Wirtschaftlichkeit attestieren", wie Steria Mummert es ausdrückt. Und so kommt denn das Vieraugen-Prinzip mit 66 Prozent Zustimmung am besten weg. Die Funktionstrennung, etwa bei der Kreditvergabe zwischen Vertrieb und Aufsicht, erreicht 58 Prozent Zustimmung.

Zum Vergleich: Die IT-Überwachung von Konten kommt nur auf 41 Prozent der Stimmen. Dies vor dem Hintergrund, dass jeder zweite Befragte über inkompatible IT-Systeme klagt, die den Ausbau der Compliance-Vernetzung erschweren. 45 Prozent nennen zudem mangelndes Know-how.

Das passt zu einer Studie über Risk Management in Finanzunternehmen, die der Berater Deloitte vor wenigen Wochen vorlegte. Darin erklärten nur 36 Prozent der Banken, sie verfügten über ein integriertes ERM-Programm (Enterprise Risk Management). Weitere 46 Prozent gaben an, gerade eines zu implementieren oder das zumindest zu planen. Immerhin 18 Prozent sagten jedoch, dass sie auf ein ERM-Programm verzichten - jetzt und auch künftig.