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Versicherungen

Compliance Management: Umsetzung mangelhaft

31. Juli 2012
Von Ursula Pelzl
Die systematische Compliance-Umsetzung in IT, Prozessen und durch Personal ist bei deutschen Versicherungen mangelhaft, so eine Studie von Bearing Point.
Tanz auf dem Drahtseil: Die Mehrheit der Versicherer setzt Compliance-Anforderungen nicht systematisch um und geht damit hohe Risiken ein.
Tanz auf dem Drahtseil: Die Mehrheit der Versicherer setzt Compliance-Anforderungen nicht systematisch um und geht damit hohe Risiken ein.
Foto: olly - Fotolia.com

Die führenden deutschen Erst- und Rückversicherer in Deutschland haben das Thema ComplianceCompliance zwar auf ihrem Radar. Doch rund ca. 93 Prozent der Versicherer sichern die Überwachung ihrer Aktivitäten ihre Aktivitäten nicht oder nur teilweise durch IT-Systeme ab - und gehen damit erhöhte Risiken aufgrund nicht aktueller oder nicht verfügbarer Informationen ein. Das sind Ergebnisse aus der aktuellen Studie "Agenda 2015: Compliance Management als stetig wachsende Herausforderung" der Management- und Technologieberatung Bearing Point. Alles zu Compliance auf CIO.de

Obwohl die Solvency-II-Richtlinien ab 2013 in Kraft treten, verließen sich 70 Prozent der im September/Oktober 2011 befragten Versicherungsunternehmen noch auf manuelle Kontrollen betrieblicher Vorgänge. Risiken wie beispielsweise die gesetzlich verpflichtende Embargo-Überwachung oder die Erkennung und Kontrolle der Geschäftsbeziehungen zu Politically Exposed Persons (PEP) sind manuell allerdings kaum zu gewährleisten. Ein Viertel der Versicherer kontrolliert überhaupt nicht - weder systemgestützt noch manuell.

Auch beim Personal sind offensichtlich Wissenslücken zu beklagen. Nur 25 Prozent der Versicherer schulen ihre Mitarbeiter in speziellen Seminaren. 44 Prozent der Studienteilnehmer bieten teilweise Schulungen zu compliance-relevanten Themen an. 31 Prozent der Versicherer haben für ihre Mitarbeiter überhaupt keine Fortbildung vorgesehen.

Compliance Management wird bei den befragten Versicherern in der Regel überwiegend von der Rechtsabteilung oder der Internen Revision mit verantwortet. Rund 68 Prozent der Teilnehmer gaben an, nicht über eine eigenständige Compliance-Funktion zu verfügen.