Datenschutz im Auto

Connected Car: Das Problem mit der Datensicherheit

09. Juli 2015
Marco Prucha ist Principal Business Consultant bei der MSG Systems AG und Automotive-Experte.
Das vernetzte Automobil wird dank fortschreitender Technologien und Entwicklungen immer greifbarer. Doch der Traum vom autonomen Fahren birgt nicht nur Chancen, sondern sorgt für zahlreiche Problemstellungen.

Assistenzsysteme und weitere Konnektivitäts-Dienste sind in Automobilen auf dem Vormarsch - folglich wächst auch das Interesse beim Verbraucher. Allerdings bieten Connected Cars auch Angriffspunkte für Hacker, wodurch einige sicherheits- und datenschutzrechtliche Fragen aufgeworfen werden. Hieraus resultieren wiederum völlig neue Herausforderungen für AutomobilherstellerAutomobilhersteller, Gesetzgeber und Autokäufer. Top-Firmen der Branche Automobil

Autonomes Fahren ist in aller Munde. Der Security-Aspekt kommt bei der Diskussion um die Mobilität der Zukunft leider regelmäßig zu kurz.
Autonomes Fahren ist in aller Munde. Der Security-Aspekt kommt bei der Diskussion um die Mobilität der Zukunft leider regelmäßig zu kurz.
Foto: RioPatuca / shutterstock.com

Vernetzte Autos: Innovation vs. IT-Security

Services zur Erhöhung von Verkehrssicherheit und Komfort, Assistenzsysteme zur Unterstützung des Fahrers, Online-Dienste für Entertainment und Kommunikation und neue technische Möglichkeiten zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen über Mobile Apps machen das Auto zum vernetzten Endgerät, das mit seinem Fahrer, der Werkstatt oder anderen Fahrzeugen interagiert.

Den Automobilherstellern eröffnet das vernetzte Auto attraktive neue Geschäftschancen. In punkto Sicherheit birgt es allerdings auch etliche Herausforderungen. Prinzipiell umfassen diese zwei Aspekte: den Schutz personenbezogener Daten und die Sicherheit vor Angriffen von außen - beispielsweise durch Hacker, die die Steuerung der Bremsen oder anderer relevanter Systeme manipulieren könnten.

Der wirksame Schutz eines Connected Car umfasst zwei Komponenten: den Schutz persönlicher Daten und den Schutz vor Angriffen von außen.
Der wirksame Schutz eines Connected Car umfasst zwei Komponenten: den Schutz persönlicher Daten und den Schutz vor Angriffen von außen.
Foto: Sychugina / shutterstock.com

Beim Schutz personenbezogener Daten geht es zum einen um die (temporäre) Erfassung von Daten - etwa GPS-, Sensor- oder Diagnose-Daten vor und nach ihrer Übertragung in das IT-Backend, beispielsweise des Fahrzeugherstellers. Zum anderen ist auch die Verschlüsselung der Daten selbst ein zentrales Thema. Diese scheiterte lange Zeit an den nicht ausreichenden Systemkapazitäten in den Steuergeräten der Fahrzeuge. Eine Verschlüsselung nahm so viel Zeit in Anspruch, dass die Daten nicht mehr in Echtzeit hätten übertragen werden können. Das ändert sich nun jedoch dank der immer leistungsfähigeren Hardware: Künftig lassen sich Daten mit zunehmend besseren kryptographischen Verfahren (zum Beispiel RSA) und größeren Schlüssellängen (4096 Bit und mehr) schützen.

Sichere Datenübertragung verhindert Manipulation

Doch nicht nur bei den Daten selbst, auch bei der Übertragung ist auf eine adäquate Verschlüsselung zu achten, um Manipulationen auf den Kommunikationswegen zu verhindern. Hier geht es jedoch nicht nur um die Abwehr von Manipulationsversuchen, sondern auch um die Sicherheit der übertragenen Daten und deren Inhalte. Sind die Übertragungswege nicht ausreichend gesichert, können Informationen leicht ausgelesen werden, so dass unberechtigte Personen detaillierte Fahrerprofile erstellen könnten.