End-to-End-Messung

Continental baut neuen Applikationsleitstand

19. Juli 2011
Von Nicolas Zeitler
Monitoring-Kennzahlen reichen Continental-CTO Bernhard Thomas nicht. Wie gut Anwendungen laufen, überprüft er per End-to-End-Kontrolle - bisher im Pilotbetrieb.
Bernhard Thomas, CTO bei Continental, hat einen Applikationsleitstand für zwei Pilot-Anwendungen aufgesetzt.
Bernhard Thomas, CTO bei Continental, hat einen Applikationsleitstand für zwei Pilot-Anwendungen aufgesetzt.
Foto: Continental AG

Systemverfügbarkeit oder Netzwerkauslastung: Rufen Anwender wegen langsam reagierender Programme beim Helpdesk an, sind es meist solche Monitoring-Kennzahlen aus dem IT-Betrieb, anhand derer die Experten ein mögliches Problem orten können. Wie lange der einzelne Nutzer nach dem Mausklick tatsächlich auf die Reaktion eines Programms wartet, entzieht sich dabei der Betrachtung. Bei Automobilzulieferer Continental hat man nun erste Schritte unternommen, das Funktionieren und die Reaktionszeit von Anwendungen direkt in der Wahrnehmung der Anwender in den Fokus zu rücken - also die sogenannte "Enduser Experience".

"Applikationsleitstand" nennt Bernhard Thomas das Konzept einer End-to-End-Kontrolle von Geschäftsapplikationen. Thomas ist als CTO für die IT-Infrastruktur-Strategie bei Continental zuständig und berichtet an CIO Elisabeth Hoeflich. Bisher ist der Applikationsleitstand als Prototyp für zwei Pilot-Anwendungen aufgesetzt. Zusätzlich soll künftig die Enduser Experience an den PC-Arbeitsplätzen der Anwender insgesamt gemessen werden. Das Bewusstsein dafür, wie wichtig Anwenderzufriedenheit ist, sei schon weit verbreitet, so Thomas. Bei der Umsetzung stehe die Continental IT aber noch am Anfang.

Damit ist die Situation bei Conti ganz typisch für den Umgang von Unternehmen in Deutschland mit der Frage, wie sich erheben lässt, wie Anwender die IT an ihrem Arbeitsplatz erleben und erfahren. Laut einer Umfrage, die der IT-Dienstleister Beck et al. Services mit Sitz in München bei Pierre Audoin Consultants (PAC) in Auftrag gegeben hat, erhebt die Mehrzahl der Unternehmen IT-Kennzahlen. Am häufigsten messen sie die Verfügbarkeit von Backend-Systemen. 69 Prozent tun das.

64 Prozent der 100 Befragten aus Firmen mit mindestens 500 Mitarbeitern zählen Incidents. Jeder Zweite gab an, die Zeit für die Behebung von Fehlern zu messen, und 37 Prozent befragen Anwender nach ihrer Zufriedenheit. Ein Drittel der Unternehmen verzichtet laut der Umfrage ganz darauf, regelmäßig Kennzahlen zu erheben.