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Social Business

Continental: Die interne Kulturrevolution

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Die Continental AG spannt ein internes soziales Netz. Für Silobauer und Abteilungsabgrenzer brechen schwere Zeiten an. Martina Girkens als Gesamtverantwortliche und ihre Projektleiter aus HR, PR und IT berichten.
Das interdisziplinäre Team von Conti: Harald Schirmer, Monika Andrae, Martina Girkens und Oliver Fröhlich (von links)
Das interdisziplinäre Team von Conti: Harald Schirmer, Monika Andrae, Martina Girkens und Oliver Fröhlich (von links)
Foto: Continental AG

Was bisher geschah: Der Technologiekonzern Continental AGContinental AG entwickelt seit 2010 ein internes Social Network (siehe CIO-Magazin vom Juni 2011). "ConNext" soll vorerst rund 80.000 Mitarbeiter verbinden und eine "Netzwerkkultur" entstehen lassen. Letzteres hatte der Vorstand eingefordert. Seine Erkenntnis: Mehr Arbeit, mehr Meetings, mehr Planung und mehr Zeit bringen den Konzern nicht entscheidend weiter. Als Ideal gilt der Fischschwarm - organisch und flexibel mit einem gemeinsamen Ziel. Top-500-Firmenprofil für Continental AG

Die Organisationsform ist keineswegs selbstverständlich, und auch der Wandel zu einem sozial vernetzten Unternehmen erfordert einen gewissen Reifegrad, berichtet die Münchener IT-Beratung Beck et al. Services, einer der IT-Zulieferer bei Continental. In einer Umfrage der Consultants bei Unternehmen im deutschsprachigen Raum kam unter anderem ans Licht, dass vier von fünf Beschäftigten die kontinuierliche intensive Kommunikation und Zusammenarbeit mit Kollegen für wichtig halten, um die eigenen Aufgaben erledigen zu können.

Gleichzeitig glauben aber nur 37 Prozent der Befragten, dass in ihren Unternehmen eine Kultur vorherrscht, die den Informationsaustausch fördert. Eine offene Kommunikation über hierarchische Grenzen hinweg sei nur bei rund 40 Prozent der Firmen bereits Realität, heißt es bei Beck et al. Services. Somit steht eine Art "interne Kulturrevolution" an: "Alles muss raus aus den Köpfen und auf den Tisch", forderte Conti-CEO Elmar Degenhart in der "FAZ".

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Der Tisch wird im interdisziplinären ConNext-Projekt unter der Leitung von Martina Girkens errichtet, Vice President und Head of Corporate Function IT bei Continental. Sie steuert vier Projektleiter für die Bereiche HR, Kommunikation, IT und Knowledge-Management. Seit 2012 steht die Plattform, doch nun beginnt die eigentliche Arbeit: die Mitarbeiter an Bord holen. Doch die Nachfrage der Nutzer kann sich nur bilden, wenn alle Abteilungen mitziehen. "Wir haben das Ziel dieser Reise im Team gemeinsam bestimmt", berichtet Projektleiterin Girkens - durch den Rahmen und die Werkzeuge, aus denen eine Kultur der übergreifenden Zusammenarbeit und Vernetzung entstehen kann. Diese Kultur hat sich auch in der Projektleitung etablieren müssen. Und allein mit den klassischen IT-Methoden kommt man bei Social MediaSocial Media nicht vom Fleck. "Es ist ja auch kein IT-Projekt", sagt Girkens. Alles zu Social Media auf CIO.de

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