Chancen im Berufsalltag

Damit das Bewerbungsgespräch auf Augenhöhe funktioniert

30. April 2015
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Nicht nur Hochschulabsolventen, Berufsanfänger und Young Professionals suchen Informationen zum Berufsleben. Auch Informatiker oder Entwickler, die bereits fest im Berufsalltag angekommen sind, machen sich Gedanken über ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt - zum Beispiel darüber, wie wichtig Zertifizierungen für mögliche Arbeitgeber sind.

Ein Informatiker will sich über den Stellenwert von Zertifizierungen erkundigen. Im Karriereratgeber der CIO-Schwesterpublikation Computerwoche fragt er: "Wie viel Wert legen Arbeitgeber darauf? Werden zertifizierte Mitarbeiter besser bewertet? Und wie sieht es mit Projekt-Management-Skills und Weiterbildungsmöglichkeiten dazu aus?"

Zertifizierung sind manchmal unabdingbar

Jasmin Kraetz verantwortet die Personalarbeit des Karlsruher Internet-Dienstleisters Netpioneer. Sie meint: "Die Frage, ob Zertifizierungen wichtig sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Für manche Projekte sind sie unabdingbar. Viele unserer Mitarbeiter erwerben Zertifizierungen von unseren Partnerfirmen. Das Know-how ist in einigen Projekten stark gefragt. Da wir in allen Projekten nach Scrum-Methoden arbeiten, sind uns solche Zertifizierungen besonders wichtig und bilden eine gute Qualifikation für unsere Arbeit.

Zertifizierungen können für manche Arbeitgeber ein unabdingbarer Beleg für spezielle Qualifikationen sein.
Zertifizierungen können für manche Arbeitgeber ein unabdingbarer Beleg für spezielle Qualifikationen sein.
Foto: FotolEdhar - Fotolia.com

Die Mehrheit unserer Kollegen besitzt Scrum-Zertifzierungen. Im Allgemeinen unterstützen wir Mitarbeiter, die sich zertifizieren lassen wollen, da wir der Meinung sind, dass solche Tests ein objektives Bild vermitteln, wie gut Mitarbeiter ausgebildet sind.

Im Hinblick auf Soft-Skill-Schulungen bieten wir eine Vielzahl von internen Kursen zu ­Themen wie Kommunikation, Feedback, Moderation oder Zeit-Management. Durch interne Biztalks, in denen Impulsvorträge etwa im Projekt-Management-Umfeld stattfinden, stellen wir einen unternehmensweiten Know-how-Transfer sicher. Wichtig finde ich, dass die Mitarbeiter interessiert sind, sich fortzubilden, und die Unternehmen diesen Wunsch unterstützen und interne und externe Seminare oder auch Coachings anbieten."

Heutiges Bewerbungsverfahren

Ein erfahrener Entwickler will wissen, was ihn in einem Bewerbungsverfahren heute so erwartet: "Können Sie das Bewerbungsverfahren exemplarisch für die Stelle eines Senior Softwareentwicklers und/oder eines Scrum-Masters beschreiben?"

Jasmin Kraetz antwortet: "Wir achten immer auf beides: Qualifikation und Erfahrung sowie Soft Skills und Werteverständnis. Im ersten Schritt sichten wir die Unterlagen und leiten diese mit dem Vorschlag, ein Gespräch zu führen, an die Fachabteilung, weiter. Bei etwaigen Fragen schalten wir ein kurzes Telefoninterview dazwischen.

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch erfolgt immer telefonisch, so dass wir einen ersten Kontakt zum Bewerber erhalten. Mit der Bestätigungs-Mail für das Gespräch bekommen die Bewerber auch immer Kurzlebensläufe der Gesprächspartner, damit man sich gegenseitig auf Augenhöhe begegnen kann.

Gegenseitiges Kennenlernen

Im Vorstellungsgespräch stellen sich zuerst die Ansprechpartner von Netpioneer vor, danach der Bewerber. Im Anschluss wird von uns über die Aufgabe und das Team berichtet, und man diskutiert gemeinsam über das Arbeits- und Teamverständnis. Nach einer Firmenpräsentation erhalten die Bewerber eine kurze Aufgabe, deren Ergebnisse sie dann vorzustellen haben. Nach dem Erstgespräch folgt eine gegenseitige Feedbackrunde. Im nächsten Schritt findet dann ein Zweitgespräch mit dem verantwortlichen CFO oder CTO statt. Von der Bewerbung bis zur Vertragsversendung möchten wir nie mehr als vier Wochen verstreichen lassen. Durch die vielen Teilnehmer und unterschiedlichen Einstellmethoden können wir ein gegenseitig gutes Kennenlernen gewährleisten. So hatten wir in den vergangenen Jahren eine einzige Probezeitkündigung bei rund 30 Einstellungen."

Zur Startseite