Die wöchentliche CIO-Kolumne

Danke Wirtschaftskrise!

18. Dezember 2001
Von Andreas Schmitz
Top-Mitarbeiter: Lachende Dritte in der Krise Die IT-Branche hat derzeit wenig Geld. Die meisten Unternehmen ziehen die Kostenschnalle immer enger. Und doch steigen die Gehälter und Chancen von Top-Spezialisten.

Noch steckt die Wirtschaft in der Krise. BankenBanken, VersicherungenVersicherungen, Unternehmensberatungen und IT-Unternehmen entlassen ihre Mitarbeiter gleich zu Tausenden und korrigieren ihre Gewinnerwartungen auf immer niedrigere Niveaus. Die verbliebenen Mitarbeiter sind schlecht gelaunt. Schließlich könnte es auch ihnen bald an den Kragen gehen. Wenn nicht ihrem Job, so doch zumindest ihrem GehaltGehalt. Alles zu Gehalt auf CIO.de Top-Firmen der Branche Banken Top-Firmen der Branche Versicherungen

Letzteres wäre nachvollziehbar: Denn in Zeiten des unaufhaltsamen Aufstiegs der IT zum Wirtschaftsolymp stiegen auch die Mitarbeiter-Gehälter - auf durchschnittlich 200 000 Mark pro Jahr für IT-Spezialisten mit MBA-Abschluss, 160 000 Mark für Promovierte, immer noch 120 000 bis 130 000 Mark für Absolventen von Hochschulen. Da scheint die Meldung der Computerwoche "Gehälter deutscher IT-Manager erstmals rückläufig" logisch und längst überfällig zu sein. Ein "Leiter Systementwicklung" etwa verdient nun mit durchschnittlich 86000 Euro rund 8000 Euro weniger als noch im Jahr zuvor - so die Ergebnisse einer Befragung der Gummersbacher Kienbaum Management Consultants GmbH unter fast 30000 europäischen IT-Fachleuten. Selbst Cisco-Chef John Chambers senkt sein Jahresgehalt von 323 319 US-Dollar auf nun vergleichsweise bescheidene 268 131 Dollar.

Doch aufgepasst: In dieser düsteren Wirtschaftslage, in der etwa Cisco weltweit 8500 Mitarbeiter den Stuhl vor die Türe setzte, gibt es Gewinner unter Ex-Mitarbeitern. Jene nämlich, die es verstehen, sich als Top-Leute bei neuen Firmen vorzustellen. Handelt es sich bei den Bewerbern nicht gerade um Web-Site-Stricker von Start-Ups, so sind für hochqualifizierte IT-Spezialisten in den Bereichen Customer Relationship Management (CRMCRM), Enterprise Ressource Planning (ERPERP), Data Warehousing oder IT-Security auch jetzt noch Gehaltssprünge von bis zu 20 Prozent drin: Das schätzt das Beratungsunternehmen Rarecompany, das sich auf die Vermittlung von Führungskräften spezialisiert hat. Die Konsequenz dessen: Unternehmen trennen sich von weniger qualifizierten Mitarbeitern und pflücken die Top-Leute von der Straße. SAP-Spezialisten liegen nach Schätzungen von Rarecompany im nächsten Jahr durchschnittlich 4000 Euro über den derzeit 62000 Euro Jahresgehalt, ERP-Profis steigen dann in der Wertskala von Rarecompany auf 71000 Euro. Gute Fachleute sind wieder zu haben: "Nach Jahren, in denen sie kaum eine Chance hatten, Spitzenkräfte gegen die Konkurrenz internationaler IT-Konzerne zu gewinnen, ist nun plötzlich Schlussverkauf", so beschreibt CIO-Autor Gerd Schmid die Stimmung auf dem IT-Personalmarkt . Alles zu CRM auf CIO.de Alles zu ERP auf CIO.de

Nur keine falsche Bescheidenheit: Das scheinen die Berater jobsuchenden IT-Fachleuten nun zurufen zu wollen. Und: Bloß nicht schocken lassen. Diese Botschaft hatten die Herren Steve Ballmer und Bill Gates von Softwarehersteller MicrosoftMicrosoft gar nicht nötig. Sie erhöhten sich schon vor einigen Wochen ihre Bezüge um knapp 15 Prozent - auf umgerechnet über eine Million Mark. Alles zu Microsoft auf CIO.de

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