Skills für den Job

Darum sollten Sie programmieren lernen

Florian Maier beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Sarah K. White schreibt für unsere US-Schwesterpublikation CIO.com. Sie kümmert sich dort in erster Linie um alle Themen rund um IT-Karriere und Healthcare-IT. Ihre früheren beruflichen Stationen umfassten Tätigkeiten für die B2C-Plattform TechnologyGuide und das Jobportal Monster.com.
Man könnte glauben, dass nur Programmierer programmieren können müssen. Aber weit gefehlt: Eine oder mehrere Programmiersprachen zu beherrschen, wird eine immer bedeutendere Fähigkeit - nicht nur in der IT-Branche.

Programmieren - neudeutsch auch gerne 'coden' genannt - ist eine DER SkillsSkills im Technologie-Sektor. Laut einer aktuellen Untersuchung von Burning Glass Technologies wächst der Markt für Jobs die Programmier-Fähigkeiten voraussetzen, derzeit rund fünfzig Prozent schneller als der gesamte US-Jobmarkt im Durchschnitt. Natürlich werden Berufe, in denen Codings Skills gefragt sind, auch wesentlich besser bezahlt, als solche, in denen das nicht der Fall ist. Alles zu Skills auf CIO.de

Interessanterweise hat sich bei der Studie der US-Job-Spezialisten jedoch auch herausgestellt, dass man nicht nur als Programmierer programmieren können sollte: Auch Designer, Ingenieure und Wissenschaftler sollten inzwischen idealerweise Programmiersprachen beherrschen. Es könnte also auch für Sie Zeit sein, programmieren zu lernen. Und wenn Sie Kinder haben, sollten Sie diese dringend von der Notwendigkeit des Codens überzeugen.

Programmieren lernen: Nicht nur für die Tech-Branche

Jeder verfolgt wohl das Ziel, einen wertvollen Beitrag in seinem Berufszweig zu leisten. Programmierfähigkeiten werden dabei seit jeher - in nahezu jeder Branche - als nicht zu unterschätzender Bonus im Lebenslauf gesehen. Nichtsdestotrotz hatte man als Projekt- oder Marketing-Manager bislang eher wenig Berührungspunkte mit Programmierarbeit.

Das könnte sich in Zukunft ändern, denn Mitarbeiter, die dank ihrer Coding Skills kleine Probleme schnell lösen können, könnten ganzen Abteilungen eine völlig neue Agilität einhauchen und dabei gleichzeitig die IT-Abteilung entlasten - wie Dave Karow, Director of Product Marketing beim DevOps-Spezialisten BlazeMeter, weiß: "Fakt ist: Die Zukunft gehört denjenigen, die schnell genau das bereitstellen können, was gebraucht wird - statt Monate oder Jahre lang darauf zu warten, dass man von extern eine fertige Komplettlösung geliefert bekommt."

Coding Skills: So früh wie möglich einsteigen

Die Absolventen eines Informatik-Studiengangs müssten nach ihrem Abschluss doch mit den durchschlagendsten Programmierkenntnissen ausgestattet sein, meinen Sie? Das ist nicht immer so. Denn die Umstellung, beziehungsweise Modernisierung von Lehrplänen nimmt eine Menge Zeit in Anspruch. Deswegen hängen viele Schulen und Universitäten beim Thema Programmieren hinterher.

Das ist umso bedauernswerter, wenn man bedenkt, dass die Fähigkeit zu programmieren nicht nur reiner Selbstzweck ist, sondern auch das kritische Denken fördert - wie Eric Klopfer, Director des Scheller Teacher Education Program am MIT, zu bedenken gibt. Klopfers Vision ist eine Welt, in der das Programmieren Bestandteil eines jeden Lehrplans ist - von Mathematik bis hin zu Sozialwissenschaften. Denn für Klopfer und sein Team ist Coding der Schlüssel, um Kindern und Jugendlichen die Visualisierung und innovative Lösung von Problemen zu vermitteln: "Beim computational thinking geht es im Kern darum, Probleme in kleinen Schritten anzugehen - eine Fähigkeit, die heutzutage quasi überall gefragt ist. Wenn diese Denkweise Teil des Lernprozesses wird, hilft sie Schülern und Studenten dabei, ihre Computing-Fähigkeiten kreativ einzusetzen."

Trina Gizel, CIO bei Flexera Software, sieht Programmieren als effiziente Sicht auf die Welt: "Coding ist im Grunde eine logische Fähigkeit, bei der es darum geht, Beziehungen und Relationen zwischen Daten, Systemen und Technologien herzustellen und zu verstehen."

Dabei ist es heutzutage einfacher denn je, Kinder und Jugendliche fürs Programmieren zu begeistern: In jedem Spielzeuggeschäft gibt es technische Geräte wie beispielsweise Tablets, die auf spezifische Altersgruppen zugeschnitten sind - dazu kommen jede Menge Games, Apps und Webseiten, die sich darauf spezialisiert haben, schon den Jüngsten Programmierkenntnisse zu vermitteln. Dabei gilt das Motto: "Je früher, desto besser."

Konkurrenzfähig bleiben mit Programmierkenntnissen

Nach Einschätzung von Harpreet Singh, Vice President of Product Marketing beim Plattform-Provider Cloud Bees, hat Software inzwischen nahezu alle Bereiche der Industrie durchdrungen. Sie könne schwierige Aufgaben einfacher, Prozesse effizienter und Mitarbeiter produktiver und kreativer machen - dafür sei es aber notwendig, dass die Menschen, die die Computer bedienen, wissen, was sie tun.

Auch wer schon einige Jahre im Job ist und ohne Coding Skills aufgewachsen ist oder diese im Studium erworben hat, muss sich keine Sorgen machen. Denn die Fähigkeit zu programmieren lässt sich dank moderner Technologien mittlerweile auch auf vielen Wegen online erwerben, wie Tim Davis, Senior Resource Manager beim IT-Personaldienstleister Kavaliro, weiß: "E-Learning-Anbieter bieten teilweise wirklich gute Kurse an, die auch regelmäßig aktualisiert werden. Es gibt zudem viele Online-Foren für Entwickler, wo man eine ganze Community bei verschiedensten Coding-Problemen zu Rate ziehen kann. Um konkurrenzfähig zu bleiben empfiehlt es sich, sich innerhalb der Coding-Welt stets über die neuesten Entwicklungen und Technologien auf dem Laufenden zu halten."

Wenn Sie nun in die Welt des Programmierens abtauchen wollen und im ersten Moment von der Fülle der Informationen überwältigt sind: Suchen Sie sich einen Anknüpfungspunkt. Wenn Sie beispielsweise gesteigertes Interesse an von mobilen Apps haben, befassen Sie sich erst einmal mit mobilen Entwicklungstechniken.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer US-Schwesterpublikation cio.com.