Prozessor-Architekturen

Das 64-Bit-Rennen

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Die 64-Bit-Prozessoren von AMD und Intel sind zu ernsthaften Rivalen der bisher dominierenden Platzhirsche von IBM, Sun und HP herangereift.
IDC-Analyst Thomas Meyer: "Der Markt hat sich komplett gewandelt."
IDC-Analyst Thomas Meyer: "Der Markt hat sich komplett gewandelt."

Prozessor-Typen und die dazugehörige Terminologie sind eine Welt für sich. Selbst IT-Fachleute verlieren den Überblick, wenn es um Prozessor-Architekturen geht. Sieht man auf den Markt für 64-Bit-Prozessoren auf x86-Basis, wird es einfacher. Im Wesentlichen bestimmen drei Prozessor-Typen das Geschehen: die Itanium und EM64T (Extended Memory 64 Technology) genannten Prozessoren von Intel und die Opteron-Prozessoren des Konkurrenten AMD. Die 64-Bit-Prozessoren auf x86-Basis sind inzwischen zu ernsthaften Rivalen der bisher in Rechenzentren dominierenden Risc-Prozessoren unter den Unix-Varianten der Platzhirsche IBMIBM, Sun und HPHP herangereift. Alles zu HP auf CIO.de Alles zu IBM auf CIO.de

Dabei spielen die Chips von AMD und der EM64T in derselben Liga. Sie sind abwärtskompatibel zu den älteren Prozessor-Generationen und können ohne Probleme die Betriebssysteme und Applikationen verarbeiten, die für 32-Bit-Architekturen entwickelt wurden. Eine Sonderrolle nimmt der Itanium ein: Er kann nur mit speziell für diesen Chip entwickelter 64-Bit-Software eingesetzt werden. Aus diesem Grunde tun sich auch die Analysten schwer, die künftige Verbreitung dieses Prozessor-Typs einzuschätzen (siehe Gartner-Diagramm „Prozessoren“).

Michael Peikert, Director Business Development Fujitsu Siemens Computers: "„Server-Virtualisierung wird zu einem immer wichtigeren Mittel, um die Kosten im Rechenzentrum im Griff zu halten und gleichzeitig die Flexibilität der Enterprise-IT zu verbessern“.
Michael Peikert, Director Business Development Fujitsu Siemens Computers: "„Server-Virtualisierung wird zu einem immer wichtigeren Mittel, um die Kosten im Rechenzentrum im Griff zu halten und gleichzeitig die Flexibilität der Enterprise-IT zu verbessern“.

Erstmals verkauften die Hersteller Mitte 2005 mehr Server mit 64-Bit-Prozessoren, heute sind nur noch etwa 16 Prozent der Neuverkäufe 32-Bit-Systeme. „Der Markt hat sich komplett gewandelt. Die Anbieter bauen praktisch keine 32-Bit-Server mehr; bis auf den Restbestand, der noch in den Verkaufskanälen ist, gibt es nur noch 64-Bit-Systeme zu kaufen“, sagt Thomas Meyer, Analyst für den europäischen Servermarkt bei IDC.

Linux und Windows gewinnen

Den Kunden kann es recht sein, denn die neuen 64-Bit-Architekturen unterscheiden sich preislich kaum von ihren Vorgängern. Zwar sind die neuen Chips im Grunde leistungsfähiger, aber um die doppelte Busbreite in Performance umzusetzen, bedarf es auch einer Umrüstung der Software. Die vorhandene 32-Bit-Software läuft zwar klaglos auf den neuen Maschinen, aber ihre volle Leistung entfalten die 64-Bit-Prozessoren nur, wenn sowohl Betriebssystem als auch Anwendungen auf 64 Bit ausgelegt sind.

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