Connected Car

Das Auto der Zukunft ist geschwätzig

12. August 2014
Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.
Weniger Staus, mehr Sicherheit und Komfort, eine bessere Umweltverträglichkeit und ein größeres Angebot an Informations- und Unterhaltungsservices: Die Erwartungen an das vernetzte Auto sind groß. Allerdings gilt es Hürden zu überwinden, etwa die Abstimmung der technischen Ansätze untereinander.
Das Auto von morgen "spricht" mit anderen Fahrzeugen und der Umgebung, etwa Sensoren, Ampeln und Parkplatz-Managementsystemen. Zudem ist es über Mobilfunk an das Internet angebunden.
Das Auto von morgen "spricht" mit anderen Fahrzeugen und der Umgebung, etwa Sensoren, Ampeln und Parkplatz-Managementsystemen. Zudem ist es über Mobilfunk an das Internet angebunden.
Foto: Bosch

Erst SmartphonesSmartphones, dann Smart Watches und jetzt auch noch Autos, deren Herzstück Betriebssysteme wie AndroidAndroid oder Apples iOS sind. Ginge es nach Apple und Google, würde diese Vision wohl bald Wirklichkeit. Denn beide Unternehmen haben den Bereich "Connected CarConnected Car" als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2014 stellte Google beispielsweise unter dem Namen "Android Auto" Spezifikationen und Schnittstellen vor, welche die Anbindung von Mobilgeräten, Apps und Mobilservices an die Infotainment-Systeme von Fahrzeugen ermöglichen sollen. Ähnliche Konzepte haben Apple mit CarPlay und bereits vor einigen Jahren MicrosoftMicrosoft in Zusammenarbeit mit Ford entwickelt. Alles zu Android auf CIO.de Alles zu Connected Car auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de

Doch Smartphones, TabletsTablets und die dazu gehörigen Apps im Auto sind nur ein Teilaspekt der Vernetzung von Fahrzeugen. "Vernetzung ist mehr als nur das Surfen während der Fahrt", sagt Wolf-Henning Scheider, Sprecher des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik und Geschäftsführer bei der Robert Bosch GmbHRobert Bosch GmbH. Mithilfe der Vernetzung von Fahrzeugen lassen sich seiner Ansicht nachKomfort, Sicherheit und Effizienz der Mobilität steigern. Schneider sieht drei Felder, auf denen Auto und Internet zusammenkommen: Top-500-Firmenprofil für Robert Bosch GmbH Alles zu Tablets auf CIO.de

  • Das Internet kommt ins Auto, das heißt Fahrer und Passagiere haben Zugang zu Internet-basierten Kommunikationsdiensten wie E-Mail, Web und Navigationsservices,

  • das Auto kommt ins Internet, übermittelt also Daten an andere Fahrzeuge und die Verkehrsinfrastruktur, und

  • das Auto wird mit dem Internet der Dinge und Dienste gekoppelt, das heißt, es interagiert mit seiner Umwelt. In diese Kategorie fällt beispielsweise die Anbindung an Car-Sharing-Dienste und Plattformen, über die Fahrer Stromladestationen, diverse Verkehrsmittel und Parkplätze buchen können.

Der erste Anwendungsfall, also Internet im Auto, ist bereits heute Realität. Dies ist auch der Weg, den Google, AppleApple, Microsoft und Co. beschreiten, indem sie Smartphones und Apps mit den Informationssystemen des Fahrzeugs kombinieren. Die Kommunikation erfolgt in diesem Fall über Mobilfunk, vorzugsweise 3G- und 4G-Verbindungen (LTE, Long-Term Evolution). Zudem lassen sich in Fahrzeuge WLAN-Hotspots integrieren, über die sich die Personen im Fahrzeug einen Internet-Zugang teilen können. Dazu benötigt man allerdings nicht unbedingt einen separaten und kostspieligen WLAN-Access-Point, wie ihn manchen Automobilhersteller anbieten: Viele Smartphones verfügen über eine Tethering-Funktion, die das Mobiltelefon in einen Hotspot verwandelt. Alles zu Apple auf CIO.de

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