Analysten-Kolumne

Das Transformations-Programm für effektive IT-Organisationen

02. November 2005
Von Roland Bubik und Andrea Weierich
IT-Organisationen wandeln sich zunehmend zum überregionalen oder sogar globalen "IT Value Chain Manager“. Strukturen und Kompetenzen müssen in Konsequenz an diesen Rollenwechsel angepasst werden, sonst sind Probleme vorprogrammiert.

Die Anforderungen an die IT-Organisation ändern sich entscheidend: Interne IT-Dienstleister sehen sich mit zunehmender Globalisierung, wachsendem OutsourcingOutsourcing/Offshoring und neuen Technologien konfrontiert. Damit gerät das traditionelle Grundverständnis der IT ins Wanken: Der "länderzentrierte, interne Full-Service Provider für monolithische IT-Lösungen" ist ein Auslaufmodell. Gleichzeitig ist der Weg zum globalen "IT Value Chain Manager“ häufig weder von den organisatorischen Strukturen noch von den Kompetenzen an diesen Rollenwechsel angepasst worden. Treffen neue Herausforderungen auf die alten Strukturen und Fähigkeiten, sind Probleme unvermeidbar. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

In einem veränderten Umfeld werden IT-Strategen an der Schnittstelle zu anspruchsvollen Kunden zerrieben, so Andrea Weierich von Booz Allen Hamilton.
In einem veränderten Umfeld werden IT-Strategen an der Schnittstelle zu anspruchsvollen Kunden zerrieben, so Andrea Weierich von Booz Allen Hamilton.

Ein Fallbeispiel: Die Welt des CIOs einer europäischen Universalbank hat sich geändert. Vor einigen Jahren noch war das Institut eine primär auf dem Heimatmarkt aktive Retailbank. Die Marktanteile schienen aufgeteilt. Die IT wurde schon vor 20 Jahren in zwei "Niedriglohnzonen“ des Heimatmarktes konsolidiert. Anwendungsentwicklung und -wartung, Produktion und Service fanden sich in fester Hand, und nur gelegentlich mussten Externe bei der Leistungserstellung unterstützen.

Diese "heile Welt“ existiert heute nicht mehr. Die Bank hat international akquiriert und das Geschäftsspektrum um Asset Management und Investment Banking erweitert. Zunehmender Kostendruck hat zu IT-Outsourcing geführt, um die Komplexität zu beherrschen wurden Standardsysteme eingeführt. Diese Veränderungen haben zu Spannungen und gravierenden Reibungsverlusten beigetragen:

Prozessorientierte IT-Organisationen sind zumeist erfolgreicher, meint Roland Bubik von Booz Allen Hamilton.
Prozessorientierte IT-Organisationen sind zumeist erfolgreicher, meint Roland Bubik von Booz Allen Hamilton.

Anforderungen der internen Kunden treffen unsynchronisiert auf die IT-Organisation. Die Ressourcen sind fragmentiert, global verteilt und in Produkt- oder Kundensilos eingeschlossen. Die Steuerung der großen externen Serviceprovider überfordert die IT-Organisation. Ehemalige Host-Programmierer finden sich nun als "Vendor Manager“ wieder und stehen den schlagkräftigen "Key-Account Teams“ der Dienstleister gegenüber. "IT-Strategen“ werden an der Schnittstelle zu anspruchsvollen Kunden zerrieben.

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