Von Tränen und Schwergewichten

Das waren die Netzwelt-Köpfe 2013

09. Januar 2014
Ein kompletter Außenseiter brach 2013 in die Riege der altbekannten Spitzenfiguren der Internet-Branche ein.

Edward Snowden
Der gerade einmal 30-Jährige Systemadministrator ist über Nacht zu einer Schlüsselfigur für die Zukunft der Internet-Industrie geworden. Die geheimen Dokumente, die er beim US-Geheimdienst NSA mitgehen ließ, offenbarten eine ausufernde Internet-Überwachung. Die Enthüllungen schwächen das Vertrauen in amerikanische Online-Unternehmen und befeuern zugleich eine Bewegung für mehr Verschlüsselung im Netz.

Mark Zuckerberg
Für den 29-jährigen Facebook-Gründer war es ein gutes Jahr. Mit der Erholung der Facebook-Aktie schoss auch sein Vermögen über 30 Milliarden Dollar. FacebookFacebook bekam die Probleme im Werbegeschäft auf SmartphonesSmartphones in den Griff und verdient auch dort gutes Geld. So war Zeit für den Schutz der eigenen Privatsphäre: Zuckerberg kaufte laut US-Berichten Grundstücke um sein Haus in Palo Alto, damit sie nicht Immobilienspekulanten in die Hände fallen. Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu Smartphones auf CIO.de

Tim Cook
Der 53-jährige Apple-Chef brauchte in seinem zweiten Jahr an der Spitze des iPhone-Konzerns starke Nerven. Analysten kreiden AppleApple unter Cook einen Mangel an neuen Produkt-Innovationen an. Investoren wie der gefürchtete Firmenjäger Carl Icahn wollen mehr von Apples Milliarden-Geldberg. Die Schwäche der Apple-Aktie im Frühjahr und Sommer konnte Cook aber überwinden. Alles zu Apple auf CIO.de

Steve Ballmer
Tränen in den Augen hatte der 57-Jährige, als er zum letzten Mal vor eine große Versammlung der Microsoft-Mitarbeiter trat. Ballmer ist seit fast 30 Jahren bei dem Windows-Riesen, erst als rechte Hand von Gründer Bill Gates, seit 2000 als Chef. Er habe jedoch eingesehen, dass er den Weg für einen Neuanfang freimachen müsse, sagte der für überdrehte Auftritte bekannte Ballmer. Mit dem Ende August angekündigten Rückzug bahnt sich das Ende einer Ära an.

Marissa Mayer
Die langjährige Google-Managerin trat Mitte 2012 mit vielen Vorschuss-Lorbeeren als Retterin des seit Jahren schwächelnden Internet-Pioniers Yahoo an. In diesem Jahr fiel die 38-Jährige mit dem Kauf der Blog-Plattform Tumblr für 1,1 Milliarden Dollar und Hochglanz-Fotos in ihren liebsten Designer-Sachen in der "Vogue" auf. Eine Wende bei Yahoo ist ihr allerdings bisher nicht gelungen: Werbeerlöse und Gewinn fielen zuletzt erneut enttäuschend aus.

Julian Assange
Für den Wikileaks-Gründer war es kein schönes Jahr. Er verbrachte 2013 in einem kleinen Zimmer in der Londoner Botschaft von Ecuador. Assange versteckt sich dort vor einer Auslieferung nach Schweden, wo ihm sexuelle Vergehen vorgeworfen werden. Laut Wikileaks befürchtet der 42-Jährige, dass Schweden ihn an die USA weiterreicht. Dort hieß es jüngst, eine Anklage gegen Assange sei unwahrscheinlich, weil man dann gegen MedienMedien wie die "New York Times" vorgehen müsste. Top-Firmen der Branche Medien

Kim Dotcom
Der schwergewichtige Internet-Unternehmer mit deutschen Wurzeln kann wieder große Töne spucken. Sein Schicksal schien schon besiegelt als US-Behörden ihm 2012 massive Urheberrechts-Verstöße vorwarfen und sein Vermögen in Neuseeland beschlagnahmt wurde. Doch das Auslieferungsverfahren steckt fest, der 39-jährige Dotcom alias Kim Schmitz wohnt wieder auf seinem Anwesen und startete den neuen Speicherdienst Mega, der bereits 500 Millionen Dateien enthält. (dpa/rs)

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