Analysten-Kolumne

Datenschutz bringt RFID arg in Bedrängnis

14. Januar 2009
Von Jan Kroll
Fallende Herstellkosten für Computerchips eröffnen die Möglichkeit, alle Konsumgüter mit RFID-Chips auszustatten – einschließlich der Produkte, die Verbraucher mit sich tragen. Verbraucherschützer warnen deshalb vor der einer allgegenwärtigen Überwachung und rufen zum Boykott auf. Wie begründet die Ängste sind was Unternehmen machen müssen, um die Akzeptanz zu erhöhen.
KPMG-Analyst Jan Kroll: "RFID ist schon lange kein Hype-Thema mehr."
KPMG-Analyst Jan Kroll: "RFID ist schon lange kein Hype-Thema mehr."

In vielen Anwendungsszenarien genügen RFID-Chips, auf denen lediglich eine weltweit eindeutige Identifikationsnummer (der sogenannten Electronic Product Code, EPC) gespeichert ist. Mittels drahtloser Kommunikation der Chips mit einem RFID-Lesegerät kann der EPC ausgelesen, ein Produkt eindeutig identifiziert und die zum Produkt gehörigen Daten von einem nachgelagerten Informationssystem abgerufen werden.

Die physische Welt lässt sich somit ohne Medienbrüche und echtzeitnah in der virtuellen Systemwelt abbilden und die mit RFID ausgestatteten Produkte aufgrund der Verknüpfung mit Informationssystemen "smart" werden. Es entsteht ein sogenanntes "Internet of Things".

Vom "Internet of Things" zum "Internet of People"?

Wie eingangs erwähnt, kann RFID über die Endprodukte auch Einzug in die privaten Haushalte erhalten und begleitet den Verbraucher damit über die Kleidung und die alltäglichen Gebrauchsgegenstände (wie bspw. das Handy) in seinem Alltag. Was nun für die mit RFID ausgestatteten Produkte möglich ist - nämlich die Virtualisierung in der Systemwelt - ist vice versa auch auf den Alltag des Verbrauchers übertragbar.

Aufgrund der eindeutigen Identifizierbarkeit der Chips ließen sich über die zum Verbraucher gehörenden Produkte in einfacher Weise Verhaltensmuster erstellen (sogenanntes Profiling) oder Bewegungen von Personen im öffentlichen Bereich sowie am Arbeitsplatz verfolgen. In gemeinsamer Verwendung von RFID mit Kunden- oder Kreditkarten ist zudem eine personenbezogene Zuordnung der Daten möglich.