HTTPS, VPN, SSH

Datentunnel für mehr Sicherheit im Netz - ein Überblick

06. September 2013
Wer über das Internet kommuniziert, muss ohne den Einsatz von besonderen Schutzmaßnahmen stets damit rechnen, dass seine Mitteilungen wie auf einer Postkarte auf dem Weg durch das Netz gelesen oder abgehört werden. Mit der Entwicklung des Internets in den 70er Jahren entstanden aber auch digitale Verschlüsselungsmethoden, um die Kommunikation und Datenübertragung sicher zu machen.

Der Algorithmus Data Encryption Standard (DES) wurde 1976 vom Computerkonzern IBMIBM und dem US-Geheimdienst NSA entwickelt, um den Datenaustausch zwischen den Behörden abzusichern. Im Blickpunkt der aktuellen Enthüllungen auf Basis von Material des Informanten Edward Snowden stehen Angriffe auf verschiedene technische Verfahren, die eigentlich dazu gedacht sind, Daten in einem sicheren und nicht abhörbaren Tunnel durch das offene Netz zu bewegen. Alles zu IBM auf CIO.de

HTTPS (Hypertext Transfer Protocol Secure)
Dieses Kommunikationsprotokoll wird eingesetzt, um im Web Daten sicher zu übertragen, etwa beim Online-Banking, in Internet-Shops oder bei Web-Mail-Diensten. In der Zeile der Webadresse steht dann am Anfang die Zeichenfolge https:// und es erscheint ein kleines Vorhängeschloss-Symbol. Es gibt verschiedene Stufen der HTTPS-Verschlüsselung. So gilt das HTTPS-Verfahren mit dem Namen Perfect Forward Secrecy (PFS) weiterhin als abhörsicher. Es wird aber noch nicht überall verwendet. Von den Web-Mail-Diensten setzten nach einem Test der Fachzeitschrift "c't" die Dienste Gmail, Posteo, Web.de und GMX eine entsprechende Verschlüsselung ein. Arcor, Hotmail, 1&1, Strato und T-Online boten keine PFS-Verschlüsselung.

VPN (Virtual Private Network)
Mit einem VPN können Internet-Nutzer eine Datentunnel zu einem Server aufbauen und damit Teil eines geschlossenen Netzwerks werden. So setzen viele Geschäftsleute einen VPN-Tunnel ein, um von unterwegs aus in einem offenen Netzwerk sicher mit ihrer Firma zu kommunizieren.

Verschlüsselter Chat
Chat-Systeme ie AIM oder ICQ von AOL verschlüsseln die Kommunikation, so dass nicht jedermann mitlesen kann. Allerdings steht AOL im Verdacht, mit dem Prism-Programm der NSA zu kooperieren, so dass der Geheimdienst Zugriff auf die Chat-Protokolle haben könnte. Es gibt aber auch offene Chat-Protokolle wie XMPP, der die Möglichkeit bietet, die Chats wirksam zu verschlüsseln. Außerdem gibt es Browser-Erweiterungen wie BlockPRISM, die Facebooks-Chats mit dem sicheren Verschlüsselungsverfahren PGP absichern.

Voice over IP (VoIP)
Mit dem Dienst Skype ist das Telefonieren über das Internet populär geworden. Damit die dabei im Netz übertragenen Datenpakete nicht von jedem mitgehört werden können, werden sie verschlüsselt übertragen. Aus den Papieren von Edward Snowden geht hervor, dass die NSA versucht hat, Zugriff auf die Sprachdaten zu bekommen, noch bevor sie verschlüsselt werden.

SSH (Secure Shell)
Für Anwender eines Rechners, der mit einer Variante des Betriebssystems Unix läuft, besteht die Möglichkeit, via SSH von außen eine verschlüsselte Netzwerkverbindung mit dem Gerät aufzubauen. Dabei kann man aus der Ferne den Rechner so bedienen als würde man direkt davor sitzen. Die moderne Version von SSH verwendet das als stark eingestufte Verschlüsselungsverfahren AES, das auch nach den jüngsten Enthüllungen als sicher gilt. (dpa/tö)

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