Business-Intelligence-Plattformen

Den Prognoseinstrumenten gehört die Zukunft

11. Oktober 2004
Business-Intelligence-Plattformen müssen heute mehr können, als nur die Performance verschiedener Abteilungen oder den Ist-Zustand des Gesamtunternehmens darzustellen. Es gilt, mithilfe analytischer Methoden die Zukunftsplanung zu erleichtern. Was das in der Praxis bedeutet, erläutert Alexander Bruder, zuständig für BI-Strategien bei SAS Deutschland.
Alexander Bruder, Marketing Executive bei SAS Deutschland.
Alexander Bruder, Marketing Executive bei SAS Deutschland.
Foto: SAS Deutschland

Es ist immer wieder zu hören, Business Intelligence habe zu wenig Einfluss auf das Geschaftsergebnis von Unternehmen. Stimmt das?

Zum Teil ja. Es ist zwar unbestritten, dass Business Intelligence heute die dringend nötige Transparenz über den Ist-Zustand und die Leistungsfähigkeit von Geschäftsbereichen und Unternehmen liefert.

Aber Transparenz allein ist nicht alles. Worum es heute geht, ist anwendbares Wissen, das man direkt für Aktionen und Maßnahmen nutzen kann, die das Geschäftsergebnis steigern. Und das kann Business Intelligence nicht leisten?

Doch, aber nur dann, wenn man das Verständnis und die Anwendung von Business Intelligence erweitert. Viele Unternehmen haben heute mit OLAP und ReportingReporting ein Berichtswesen aufgebaut. Aber so wichtig das auch ist, es reicht nicht aus, um das Geschäftsergebnis zu verbessern. Denn es liefert ja nur Informationen über die Vergangenheit und Gegenwart. Man sieht also, was bisher geschehen ist - so wie in einem Rückspiegel.Wer aber künftige Chancen oder Gefahren erkennen will, muss den Blick nach vorn richten, muss Modelle und Prognosen erstellen können. Und dazu braucht man analytische Verfahren, also "Analytic Intelligence". Alles zu Reporting auf CIO.de

Haben Sie dafür praktische Beispiele?

Die Commerzbank AGCommerzbank AG beispielsweise optimiert die Bargeldbestände in ihren etwa 1000 Bankautomaten und in den Kassen ihrer über 800 Filialen mit Analytical Intelligence. Es soll weder zu viel Geld gebunden sein, noch will man Kunden verärgern, weil ein Automat leer ist und sie deshalb kein Bargeld bekommen. Also analysiert man historische Transaktionsdaten, die angeben,wann wo wie oft wie viel abgehoben wurde. So kann die Commerzbank Prognosen erstellen, wie hoch der Bargeldbedarf in den einzelnen Filialen und Bankautomaten sein wird. Das Ergebnis sind reduzierte Kosten und zufriedene Kunden. Top-500-Firmenprofil für Commerzbank AG

Welche Branchen nutzen die Moglichkeiten von Analytical Intelligence noch?

Fast alle. Die Karstadt Warenhaus AG zum Beispiel unterstützt mit diesem Verfahren ihre Marketingaktivitäten. Und bei der Meyer Werft in Papenburg - mit ihren extrem aufwändigen und teuren Schiffbauten - nutzen die Projektmanager eine webbasierte Anwendung von SAS, die es ihnen erlaubt, die einzelnen Prozessschritte hinsichtlich zeitlicher Abfolge, Ressourcenverbrauch und Kosten zu analysieren, zu optimieren und zu steuern.

Ha ben heute alle BI-Anbieter analytische Methoden im Angebot?

Nein. Aber bei denjenigen, die von analytischen Methoden sprechen, gibt es wesentliche Unterschiede. Nehmen wir das Kampagnenmanagement: Hier steht die Integration verschiedener Business- Intelligence-Technologien im Mittelpunkt - Data Warehousing, um alle Kundeninformationen zusammenzuführen, Data Mining, um für Mailing-Aktionen die Adressen von Kunden zu identifizieren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit reagieren und auch kaufen werden, und schließlich multidimensionales Reporting, um den Erfolg der Mailing-Kampagnen zu überwachen. Erst die Integration macht solch eine Lösung wirklich schlagkräftig. Ein anderes Unterscheidungsmerkmal ist die Leistungsfähigkeit analytischer Lösungen. Ein Teil unserer Kunden muss extrem große Datenbestände mit einem breiten Spektrum unterschiedlicher Methoden auswerten. Da versagen viele Anbieter - und nicht nur die kleinen.

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Thema: Reporting

Top500-Firmenprofil: Commerzbank AG

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