Hamburger IT-Strategietage


Digitalisierung

Der CEO muss führen

18. Februar 2016
Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch "Niemand muss ins Heim".

Seit 2014 betreibt er die Informationsplattform www.wohinmitmutter.de.

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.
Was herauskommt, wenn man 40 CEOs und CIOs über Digitalisierung befragt? Die Erkenntnis, dass es kein Selbstläufer ist. Und dass es schnell passieren muss.
Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt, auf den Hamburger IT-Strategietagen.
Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt, auf den Hamburger IT-Strategietagen.
Foto: Foto Vogt

Vermutlich gibt es aktuell kein Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern, das nicht die digitale Transformation träumt. Fragt sich nur, wie man es angeht und managt. Um das herauszufinden, hat Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt, 40 Expertengespräche mit CEOs und CIOs geführt.

Die - durchaus bemerkenswerten - Erkenntnisse daraus präsentierte Buxmann auf den Hamburger IT-Strategietagen, gefolgt von einem Praxisbeispiel, nämlich der Einführung einer Cloud-Computing-Lösung beim Life-Science-Unternehmen Merck KGaAMerck KGaA. Top-500-Firmenprofil für Merck KGaA

Aus den Expertengesprächen folgen drei zentrale Learnings. Erstens: Der Treibende bei der DigitalisierungDigitalisierung sollte der CEO und nicht der CIO sein, weil Digitalisierung nur dann zu verwertbaren Zielen führt, wenn sie sich an einem vorhandenen oder einem zukünftigen Geschäftsmodell orientiert. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Zweitens: Die Kooperation zwischen CIO und Fachabteilungen bei Digitalisierungsprojekten läuft fast nie konfliktfrei. Und die Leiter der Abteilungen haben oft den schwarzen Peter, gelten als Bremser.

SWOT-Analyse ergibt recht klares Bild

Drittens: Wer digitalisieren will, braucht dazu nicht zwingend einen CDO; es kann auch mit vorhandenen Strukturen funktionieren, und Peter Buxmann warnt davor, einen CDO nur deshalb zu ernennen, weil es gerade Mode ist.

Will man diese drei Punkte zu einer Erkenntnis verdichten, dann lautet sie: The digital agenda ist led from the top.

Nach der Wer-Frage muss natürlich auch die Wie-Frage beantwortet werden. Wie organisiere ich das Mega-Projekt Digitalisierung, das ja im Unternehmensalltag in aller Regel aus Hunderten von Unterprojekten besteht?

Antwort: Indem ich mir zunächst einen Überblick verschaffe und priorisiere. Wo ist Digitalisierung am sinnvollsten? Um das herauszufinden, gilt es, die Stärken und Schwächen in Form einer klassischen SWOT-Analyse zu betrachten. Auch das geschah im Rahmen der beschriebenen Experteninterviews.

Eigene Leute haben Nachholbedarf

Als zentrale Stärke der befragten Organisationen erwiesen sich die vorhandenen, gut funktionierenden analogen Strukturen, die solide IT-Ausstattung und eine offene Kultur, die den Wandel ermöglicht. Zur Schwäche können diese Stärken dann werden, wenn Unternehmen sich für zu gut halten, nicht sehen, dass andere längst weiter sind und sie überholen.

Zentrale Schwäche vulgo Weakness: Die Fachkräfte im eigenen Haus sind nicht so gut vorbereitet auf das Thema Digitalisierung, wie es sich ihre Chefs wünschen würden. Außerdem gibt es immer eine Gruppe von Angestellten, die durch ihr Alter quasi permanent offline sind. Darüber hinaus besteht generell die Gefahr, dass sich Organisationen auf ihren Lorbeeren ausruhen.

Nächste Frage: Wo liegen die größten Chancen durch Digitalisierung? Antwort: In der Menge bereits vorhandener Daten, die - zumindest theoretisch - neue datenbasierte Geschäftsmodelle ermöglichen. Außerdem setzen CEOs und CIOs große Hoffnungen in die Kooperation mit Startups.

Lesen Sie auch: Studie zeigt Schwachstellen: Digitalisierung leider keine Chefsache

Zur Startseite