Strategien


Make oder Buy?

Der CIO im OpenStack Dilemma

27.08.2014
René Büst ist Director Market Research & Technology Evangelism bei der Arago GmbH. Zuvor war er Senior Analyst und Cloud Practice Lead bei der Crisp Research AG sowie Principal Analyst bei New Age Disruption und Mitglied des weltweiten Gigaom Research Analyst Network. Seit Ende der 90er Jahre konzentriert er sich auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie in Unternehmen.
Das Open-Source-Projekt OpenStack entwickelt sich zur wichtigsten Lösung, wenn Cloud-Infrastrukturen aufgebaut werden sollen. Für CIOs stellt sich dabei die Frage: Make or Buy?
René Büst ist Senior Analyst und Cloud Practice Lead bei Crisp Research mit dem Fokus auf Cloud Computing und IT-Infrastrukturen.
René Büst ist Senior Analyst und Cloud Practice Lead bei Crisp Research mit dem Fokus auf Cloud Computing und IT-Infrastrukturen.
Foto: Rene Büst

OpenStack hat sich zum wichtigsten Open-Source-Projekt für Cloud-Infrastrukturlösungen entwickelt. Seit dem Jahr 2010 haben sich hunderte von Unternehmen beteiligt, um ein offenes, standardisiertes und vielseitiges Technologie-Framework zu entwickeln, das für die Verwaltung von Rechen-, Speicher- und Netzwerkressourcen in Public-, Private- und Hybrid-Cloud-Umgebungen eingesetzt werden kann. Obgleich es sich bei OpenStack um eine Open-Source-Lösung handelt, impliziert es nicht, dass die Einrichtung, der Betrieb und die Wartung einfach zu handhaben sind.

OpenStack kann sich wie eine wahre Bestie verhalten. Eine Reihe von CIOs, die selbst entwickelte OpenStack-Infrastrukturen betreiben, berichten, dass Kosten und der Komplexität signifikant ansteigen. Um OpenStack an ihre individuellen Anforderungen anzupassen haben sie zahlreiche Feinabstimmungen vorgenommen. Dadurch haben sie OpenStack-Implementierungen entwickelt, die nicht mehr kompatibel zu aktuellen Releases sind. Das führt zu der Frage, ob eine "Build"- oder "Buy"-Strategie der richtige Ansatz ist, um OpenStack in der unternehmenseigenen IT-Umgebung einzusetzen.

OpenStack nimmt Fahrt auf

OpenStack hat sich schnell zu einer maßgeblichen Größe im Cloud-Infrastruktur-Business entwickelt. Im Jahr 2010 als kleines Open Source-Projekt gestartet, wird die Lösung mittlerweile von mehreren hundert Unternehmen und Organisationen eingesetzt. Darunter zahlreiche große Unternehmen (PayPal, Wells Fargo, Deutsche Telekom) sowie innovative Cloud Startups und Entwickler. In den Anfangszeiten wurde OpenStack von seinen Initiatoren maßgeblich dazu benutzt, um eigene, teils proprietäre Cloud-Umgebungen aufzubauen. Mehr als 850 Unternehmen unterstützen das Projekt, darunter IBMIBM, OracleOracle, Red Hat, Cisco, DellDell, Canonical, HPHP und Ericsson. Alles zu Dell auf CIO.de Alles zu HP auf CIO.de Alles zu IBM auf CIO.de Alles zu Oracle auf CIO.de

Neben der stetigen Verbesserung der Technologie steigt ebenfalls die Adaptionsrate bei den Unternehmenskunden kontinuierlich an. Dies zeigt sich im weltweiten Wachstum der OpenStack-Projekte (Steigerung von Q1 auf Q2/2014 um 60 Prozent). Hierbei sind On-Premise Private Clouds das bevorzugte Deployment-Modell. Im Q1/2014 zählte die OpenStack Foundation weltweit 55 Private-Cloud-Installationen weltweit. Im Q2 sind es bereits 85. Ebenfalls wuchs die Anzahl der weltweiten OpenStack-Public-Clouds von 17 auf 29 an. Für die kommenden 12 Monate erwartet Crisp Research ein 25 prozentiges Wachstum OpenStack-basierter Enterprise Private Clouds.

Anmerkung: Im Rahmen einer Studie erhebt Crisp Research derzeit Daten und Fakten zum OpenStack-Einsatz in deutschsprachigen Unternehmen. Die Studienergebnisse werden im Q4/2014 veröffentlicht.