Klein-Verträge statt Mega-Deals

Der deutsche Outsourcer: Ein misstrauischer Billigheimer

14. August 2006
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Deutschland ist für IT-Dienstleister ein interessantes Pflaster – theoretisch. Nach England ist die Bundesrepublik der zweitgrößte Markt in Europa. Faktisch aber haben Service-Provider zu kämpfen - statt richtig in die Tasche zu greifen, vergeben ihre Kunden hierzulande am liebsten kleine, ausgewählte Verträge. Folge: die Wettbewerber unterbieten sich, die Konsolidierung wird sich fortsetzen. Das geht aus einer Studie des Marktforschers Ovum hervor.
Die größten Umsätze werden mit Outsourcing-Verträgen über die Infrastruktur erwirtschaftet.
Die größten Umsätze werden mit Outsourcing-Verträgen über die Infrastruktur erwirtschaftet.

Die Analysten sehen den Markt durch vier Punkte charakterisiert:

  • Eine mittelständische Kultur, in der Firmen auch deswegen lieber kleine Verträge streuen, weil sie Bedenken haben, ihre gesamte IT einem einzelnen Provider anzuvertrauen,

  • eine große Zahl an firmeneigenen IT-Dienstleistern, die vor allem den Mutterkonzern bedienen, das gilt insbesondere für die Finanz- und Telekommunikationsbranche sowie für Herstellerfirmen,

  • ausgelagert wird zum größten Teil Infrastruktur, damit werden 68 Prozent des Umsatzes generiert. Applications-Outsourcing kommt auf 28 Prozent, während Business Process Outsourcing (BPO) mit einem Umsatzanteil von vier Prozent noch in den Kinderschuhen steckt,