IT-Angestellte immer kurz vor dem Absprung

Der Frust mit dem Job

16. Oktober 2006
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Wut und Frust mit Bits und Bytes: Drei von vier IT-Mitarbeitern hassen ihren Job. Und bleiben nicht untätig: 80 Prozent geben in einer Studie des Anbieters Skillsoft an, mindestens einmal pro Woche - während der Arbeitszeit - auf den entsprechenden Websites nach offenen Stellen zu stöbern. Das wäre alles anders, wenn sie nur besser bezahlt würden, meinen viele Befragte.

Zu geringer Verdienst steht mit 30 Prozent der Nennungen ganz oben auf der Liste des Zorns. Wer nun aber meint, es ginge ausschließlich ums Geld, irrt: 23 Prozent der Befragten langweilen sich bei ihrer Arbeit, 18 Prozent finden, sie könnten ihre Fähigkeiten und Talente nicht richtig einbringen. Und 14 Prozent der IT-Angestellten streben nach Höherem: Sie wären zufrieden, wenn die Firma ihnen mehr Trainings und Fortbildungen angedeihen ließe. Grundsätzlich ist jeder Fünfte der Meinung, die Firma wisse gar nicht, was in ihm steckt.

Als Frustbewältigungs-Strategie surfen 80 Prozent der Befragten auf den Seiten von Online-Jobvermittlungen. Das reicht allerdings nicht jedem: Zwei Drittel erklären, jederzeit einen top-aktuellen Lebenslauf aus der Schublade ziehen zu können. Und 50 Prozent haben schon bei Headhuntern den Finger gehoben.

Eine andere Methode: Man lässt es an den Kollegen aus. Rund jeder Zweite erklärt, ihnen nicht zu helfen oder sie sogar zu blockieren - und zwar vorsätzlich. Insofern dürfte es kaum überraschen, dass der Frust steigt, je weiter unten der Einzelne auf der Hierarchie-Ebene angesiedelt ist.
An der Skillsoft-Studie haben sich 308 IT-Angestellte beteiligt.

Zur Startseite