Analysten-Kolumne

Der Governance-Teufelskreis

10. Dezember 2008
Von Craig Symons und Alexander Peters
Das Business macht den Fehler, ihre Verantwortung an das IT-Management zu delegieren. Damit überlässt es der IT die Entscheidung, welche Projekte sie in welcher Reihenfolge abarbeitet. Die fehlende Steuerung durch das Business führt zur Marginalisierung der IT. Drei Wege aus der Falle.
Forrester-Analyst Craig Symons: "Business Executives begehen den Fehler, ihre Verantwortung an das IT-Management zu delegieren."
Forrester-Analyst Craig Symons: "Business Executives begehen den Fehler, ihre Verantwortung an das IT-Management zu delegieren."

Die Ausrichtung der IT auf Geschäftsanforderungen und die Entwicklung der IT zum Differenzierungsfaktor gehören zu den Top-Prioritäten für CIOs. Im Alltag sind aber viele IT Leiter darauf fokussiert, den Geschäftserwartungen hinterher zu laufen und die IT-Kosten zu rechtfertigen. Ein Teil des Problems ist die fehlende Klarheit über die Steuerung des IT Governance-Prozesses, was so klingt, als sei es die Verantwortung der IT-Organisation.

Teufelskreis der Unternehemnssteuerung.
Teufelskreis der Unternehemnssteuerung.

In zu vielen Fällen begehen Business Executive den Fehler, ihre Verantwortung an das IT-Management zu delegieren und überlassen es diesem zu bestimmen, an welchen Projekten und in welcher Reihenfolge gearbeitet wird. Die fehlende Business-Steuerung löst einen Teufelskreis aus, der zu einer allmählichen Marginalisierung der IT führt (Abbildung 1):

  • Dem Business fällt es schwer IT-Entscheidungen zu treffen. Beim Fehlen eines schlüssigen Bildes über die bestehenden und die geplanten Technologie-Investitionen delegieren viele Business Executives die Kern-Technologieentscheidungen an das IT-Management.

  • Das IT-Management trifft Entscheidungen, die sie nicht treffen sollte. Ohne ein klares Mandat und Richtlinien treffen IT-Leiter oftmals Entscheidungen, die sie nicht treffen sollten, beispielsweise, welche IT-Lösungen unternehmensweit und welche lokal budgetiert und implementiert werden sollten, wie gut und wie hoch ihre Risiken sein müssen, oder wen die Schuld trifft, wenn IT Funktionen nicht liefern.

  • Die IT-Funktionen liefern nicht den erwarteten Business-Wert. IT-Services, die ohne klares Mandat geliefert werden, können selten die Business-Erwartungen erfüllen und ein kohärentes Bild über die Verwendung von Technologie vermitteln. Und beim Fehlen eines solchen Bildes fällt dem Business schwer, weitere IT Entscheidungen zu treffen.

IT-Governance beginnt und endet mit Business Leadership

Die zunehmende Allgegenwart von IT - sei es beim Verarbeiten von Transaktionen im Back Office, bei der Ermöglichung von E-Commerce oder indem sie Wettbewerbsdifferenzierung anbietet - ist zu einem integralen Teil des Geschäfts geworden. Firmen, die IT so verstehen, schreiben IT-Governance als Business Governance von IT um. Solche Unternehmen…