Green IT

Der Markt dreht auf

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Bis 2012 soll sich das Marktvolumen für Green IT verzehnfachen, sagen die Analysten von Experton. Aber nicht alles, was unter der grünen Flagge segelt, verdient die Bezeichnung.
Klaus Rumsauer, Director Server & Storage Deutschland, HP: "Eine wesentliche Triebkraft für die Akzeptanz von Green IT ist, dass sie ökologische und ökonomische Gesichtspunkte in Einklang bringt."
Klaus Rumsauer, Director Server & Storage Deutschland, HP: "Eine wesentliche Triebkraft für die Akzeptanz von Green IT ist, dass sie ökologische und ökonomische Gesichtspunkte in Einklang bringt."

Dass Videokonferenzen die Umwelt weniger belasten als Interkontinentalreisen, liegt auf der Hand. Aber das hat wenig mit Green IT zu tun. Dass HPHP aus seiner Firmenfahrzeugflotte die spritfressenden SUVs verbannt, ist löblich, gilt aber auch nicht als Beleg für Green IT. Eine umfassende Umweltpolitik für die Beschaffung, den Betrieb und die Entsorgung von IT-Hardware macht Sinn und findet überall Akzeptanz. Allerdings sind längst nicht alle Unternehmen auch willens, die anfallenden Mehrkosten zu übernehmen. Alles zu HP auf CIO.de

lesewert

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Am ehesten sind Anwender bereit, dort in "grüne" IT zu investieren, wo sich die Ausgabe nicht nur im guten Gewissen niederschlägt, sondern auch in Heller und Pfennig rechnet. Nach Einschätzung der Experton Group wird sich allein der Anteil von Green IT im Hardware-Bereich von derzeit 820 Millionen Euro bis 2010 verzehnfachen. Im Software-Bereich soll das Marktvolumen von 380 Millionen Euro auf knapp 1,8 Milliarden Euro steigen, der Service-Markt für Green IT wird bis 2010 von 610 Millionen Euro auf rund 3,8 Milliarden Euro zulegen.

"Öko"-Bauteile sparen 30 Prozent

Green IT: Bedeutung der Umwelt.
Green IT: Bedeutung der Umwelt.

Die Zahlen sind indes mit Vorsicht zu genießen: Auf der einen Seite ersetzen die Ausgaben für "grüne" Rechner und ServerServer natürlich ohnehin anzuschaffende herkömmliche Geräte und spiegeln damit den Investitionstrend für Hard- und Software-Infrastruktur wider. Denn alle Hardware-Hersteller sind dabei, ihre Geräte mit energiesparenden Komponenten auszustatten. Etwa 30 Prozent des Stromverbrauchs, rechnen Experten, lassen sich allein durch den Einbau stromsparender Bauteile wie Lüfter, Low-Voltage-Prozessoren, Speiche-Chips, Festplatten und Netzteilen vermeiden. Dennoch sei es wichtig, schon bei der Anschaffung von Servern auf deren Energiebilanz zu achten. Effiziente Hardware hängt sehr stark vom Design ab. "Wenn die einzelnen Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs aufeinander abgestimmt sind und ein Paket ergeben, sind die größten Einsparungen möglich", sagt Bernhard Brandwitte, Energieexperte bei Fujitsu Siemens Computers. Alles zu Server auf CIO.de

Kosten: Wer den Strom bezahlt.
Kosten: Wer den Strom bezahlt.

Auf der anderen Seite treibt Green IT - oder besser: die zunehmende Sensibilität im Bereich Energieeffizienz und Umweltbewusstsein - besonders im Bereich RZ-Infrastruktur einen Wandel voran, der ohnehin ansteht. Schon länger gelten KonsolidierungKonsolidierung, Dynamisierung und VirtualisierungVirtualisierung als wichtigste Mittel, um die Auslastung und Kosteneffizienz der IT-Infrastrukturen in den Unternehmen zu verbessern, sie flexibler zu machen und schneller auf veränderte Anforderungen und Marktbedingungen zu reagieren. Experten sind der Ansicht, dass der Umschwung von historisch entstandenen Silo-Strukturen zu flexiblen, virtualisierten IT-Landschaften auf der Hardware-Seite eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Realisierung Service-orientierter Architekturen auf der Applikationsebene bildet. Alles zu Konsolidierung auf CIO.de Alles zu Virtualisierung auf CIO.de