Linux-Rettung

Der optimale Reparatur-Stick für PC-Notfälle

29. Januar 2016
Von Thorsten Eggeling
Ein USB-Stick ist schneller als eine DVD und erlaubt die individuelle Anpassung von Rettungssystemen. Mit einem Multiboot-Stick halten Sie stets alle wichtigen Werkzeuge in der Hand. So klappt die Einrichtung in Linux.

Bei der Installation von Linux-Systemen oder für Notfallsysteme erweist sich ein Flash-Speicher als schneller und flexibler als eine DVD - solange alles richtig konfiguriert ist. Der Inhalt eines USB-Sticks lässt sich jederzeit ersetzen, aktualisieren oder ändern, Sie können mehrere Systeme darauf unterbringen, und der verbliebene Speicherplatz kann zur Datensicherung oder Dateitransport dienen. Auf der anderen Seite lassen sich fast alle PCs und Notebooks von DVD booten, bei USB-Sticks ist das nicht immer der Fall.

Lesen Sie hier, welche USB-Sticks sich für den Start von Linux-Reparatursystemen oder Live-Systemen überhaupt eignen, wie Sie den PC konfigurieren und wie Sie Systeme auf USB-Sticks übertragen.

1. Mehr Leistung durch schnelle Sticks

Die Lesegeschwindigkeit typischer DVD-Laufwerke liegt zwischen vier und zehn MB pro Sekunde. Sticks oder Festplatten am USB-2.0-Port liefern Daten mit etwa 35 MB/s, bei USB 3.0 sind bis zu 450 MB/s erreichbar. Zum Vergleich: Eine durchschnittliche Festplatte bietet etwa 130 MB/s. Für die praktisch erreichbare Geschwindigkeit ist auch die Zugriffszeit entscheidend. Der Flash-Speicher in USB-Sticks oder SSDs erlaubt eine direkte Adressierung der Speicherzellen, was Zugriffszeiten von etwa 0,3 Millisekunden ermöglicht. Bei Festplatten sind es meist um die neun Millisekunden.

Allerdings liefern nicht alle USB-3.0-Sticks die erwartete Geschwindigkeit. Besonders preisgünstige Modelle erreichen oft weniger als 100 MB/s beim Lesen und Schreiben. Das reicht natürlich, um ein Betriebssystem booten, macht aber weniger Spaß, als wenn der Stick 400 MB Daten pro Sekunde lesen kann.

Whitepaper: Die Kosten von Datenverlusten

Die weltweit durchgeführte Ponemon-Studie "Cost of a Data Breach 2016" zeigt: Datenpannen verursachen immer höhere Ausgaben für Unternehmen. So wuchsen die Kosten, die ein Unternehmen nach jedem gestohlenen oder verlorenen Datensatz tragen muss, von 154 Dollar im Jahr 2015 auf 158 Dollar im Jahr 2016. Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Lesen Sie in diesem Report die detaillierten und aktualisierten Ergebnisse für das Jahr 2016.

Grundsätzlich gilt:Sticks mit größerer Speicherkapazität sind schneller als kleinere. Greifen Sie daher besser zu Sticks mit 64 oder 128 GB. Einen guten Kompromiss von Preis und Leistung bietet der Sandisk Extreme Pro SDCZ88 mit 128 GB. Der Stick kostet knapp 90 Euro. Das sequenzielle Lese-und Schreibtempo beträgt bis zu 260 respektive 240 MB/s, und die Zugriffszeit liegt bei rund 0,3 Millisekunden. Beim Lesen ist der Corsair CMFVYGTX3 128 GB mit 430 MB/s deutlich schneller (etwa 110 Euro), dafür liegt die Schreibgeschwindigkeit nur bei knapp 190 MB/s. Zu vielen 128-GB-Stick haben wird außerdem einen ausführlichen Test .

Tipp: Unter Linux lässt sich die Lesegeschwindigkeit in MB/s auf der Kommandozeile über folgenden Befehl ermitteln:

hdparm -t /dev/sdXY

"XY" ersetzen Sie durch den Gerätepfad des USB-Sticks, beispielsweise "/dev/sdb1".

Bei neueren PCs kann Secure Boot den Linux-Start verhindern. Deaktivieren Sie diese Option im Firmware-Setup.
Bei neueren PCs kann Secure Boot den Linux-Start verhindern. Deaktivieren Sie diese Option im Firmware-Setup.

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