Stimmung unter Outsourcing-Anwendern

Der Outsourcing Index 2014

06. November 2014
IT-Auslagerung erweist sich für Unternehmen in Deutschland als eine erfolgreiche Strategie. So lautet ein Ergebnis des Outsourcing Index 2014 von Ardour Consulting.
"Bei zunehmendem Multi-Sourcing steigen die Planungs-, Koordinations- und Kontrollaufgaben in einer Weise, dass sie mit den bestehenden Organisationsverhältnissen nicht zu bewältigen sind", sagt Jakob Rehäuser, Sourcing-Analyst bei der Ardour Consulting Group.
"Bei zunehmendem Multi-Sourcing steigen die Planungs-, Koordinations- und Kontrollaufgaben in einer Weise, dass sie mit den bestehenden Organisationsverhältnissen nicht zu bewältigen sind", sagt Jakob Rehäuser, Sourcing-Analyst bei der Ardour Consulting Group.
Foto: Ardour Consulting Group

Ganz offenbar etabliert sich die Verlagerung von IT-Funktionen auf spezialisierte Dienstleister zunehmend als Lösungsmodell mit hoher Akzeptanz. Für diese Einschätzung sprechen die Erkenntnisse einer Untersuchung, die anhand zehn verschiedener Parameter die aktuelle Outsourcing-Stimmung unter den Anwendern ermittelt hat, die sich externer IT-Provider bedienen. Hierzu gaben die über 300 befragten IT-Verantwortlichen in einer Werteskala von 0 bis 10 ihre jeweilige Einschätzung ab, aus deren Summe sich der Outsourcing-Index errechnet.

Mit 58,4 von maximal 100 Punkten liegt er deutlich über dem Mittelwert. Zu diesem Ergebnis hat besonders die Nutzenbewertung des Outsourcings beitragen. Im durchschnittlichen Meinungsbild der über 300 befragten IT-Verantwortlichen erreicht dieser Aspekt die höchste Bewertung von allen untersuchten Parametern. "Die tendenziell positive Nutzenerfahrung ist vermutlich die Antwort darauf, warum das OutsourcingOutsourcing anders als vor einigen Jahren noch inzwischen weitgehend frei von kritischer Begleitmusik ist und das Volumen in diesem Marktsegment seit geraumer Zeit überdurchschnittlich wächst", urteilt Jakob Rehäuser, Sourcing-Analyst bei Ardour. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Lob für Provider

Auf der Skala 1 bis bedeutet 1 gleich "schlecht" und 10 gleich "gut". Einzelne Indizes wurden zum Teil mehrfach gewichtet.
Auf der Skala 1 bis bedeutet 1 gleich "schlecht" und 10 gleich "gut". Einzelne Indizes wurden zum Teil mehrfach gewichtet.
Foto: Ardour Consulting Group

Einen wesentlichen Anteil an der aktuellen Outsourcing-Akzeptanz dürften aber auch die IT-Provider haben, zumindest wird von den Anwendern ein Lob an ihre Adresse ausgesprochen. Den Index-Ergebnissen zufolge sind sie vor allem mit der Leistungsqualität ihrer Dienstleister zufrieden, auch die von den Providern in Rechnung gestellten Outsourcing-Kosten und deren Transparenz werden überwiegend unkritisch betrachtet.

Etwas kritischer werden hingegen der Innovationsgrad ihrer Services und vor allem die Qualität der Kundenorientierung gesehen. Positiv wiederum wird das Leistungsangebot im Providermarkt hierzulande bewertet.

Wertschöpfungstiefe verringern

Ein fast logisch erscheinende Konsequenz dazu sind die Ergebnisse zum weiteren Outsourcing-Engagement. So sehen die IT-Verantwortlichen auf einem vergleichsweise hohen Niveau Notwendigkeiten für eine weitere Verringerung der Wertschöpfungstiefe. Dies schlägt sich auch in dem Sub-Index für die weiteren Outsourcing-Planungen nieder, der ebenfalls einen überdurchschnittlichen Wert erreicht. "Aus einer anderen aktuellen Studie wissen wir, dass der Druck zur Reduzierung und Flexibilisierung der IT-Kosten unverändert hoch ist.

Und wenn Outsourcing nach den bisherigen Erfahrungen als wirksames Mittel zur Kostenverbesserung erlebt wird, spricht in den Augen der Unternehmen vieles dafür, diesen Weg auszubauen", sieht Rehäuser eine logische Entwicklung.

Cloud erfordert bessere Provider-Steuerung

Zumal sich mit Cloud eine neue Variante mit eigenem Charme anbietet. Dafür dass sich dieses Thema noch in der Etablierungsphase befindet, genießt es in den weiteren Outsourcing-Planungen bereits einen akzeptablen Stellenwert. Allerdings geht mit einem steigenden Auslagerungsengagement einher, dass die Unternehmen eine wachsende Zahl an externen Services und Dienstleistern managen müssen.

Doch jetzt schon bekunden sie Schwächen in der Provider-Steuerung. "Bei zunehmendem Multi-Sourcing steigen die Planungs-, Koordinations- und Kontrollaufgaben in einer Weise, dass sie mit den bestehenden Organisationsverhältnissen nicht zu bewältigen sind", problematisiert der Sourcing-Analyst. Wer darauf keine angemessene Antwort finde, dem drohe ein intransparentes Dickicht an Dienstleistungsbeziehungen mit deutlich nutzenmindernden Effekten.