Top 10 Großunternehmen - Hendrik Rosenboom, Paul Hartmann

Der Prozess-Freak

25. November 2010
Michael Schweizer ist freier Autor in München.
Hendrik Rosenboom führte für Vertrieb und Marketing der Paul Hartmann AG ein neues Workflow-System ein. Jetzt kann der Hersteller von Medizin- und Hygieneprodukten seine Produkteinführungen transparent managen.
Foto: Paul Hartmann, Hendrik Rosenboom

"Ein CIO ist dann erfolgreich ..." - diesen Satz sollten die Teilnehmer des Wettbewerbs "CIO des Jahres" vervollständigen. Hendrik Rosenboom ergänzte: "wenn der Laden auch ohne ihn laufen würde." Das ist ungewöhnlich. Kein anderer CIO oder IT-Leiter hatte an dieser Stelle des Fragebogens gewagt, über seine Ersetzbarkeit nachzudenken.

Rosenboom begründet seine Antwort damit, dass er ein "Prozess-Freak" sei. Die "höchste Reifestufe" hätten Unternehmensabläufe erreicht, wenn sie, konsequent gelebt, sich quasi automatisch auf neue Herausforderungen einstellten. "Dann ist auch der Chef relativ leicht austauschbar."

Einen solchen Prozess führte Rosenboom als Senior Vice President für das Process and Information Management beim Medizin- und Hygieneproduktehersteller Paul Hartmann AGPaul Hartmann AG ein. Das Projekt IMAC (Integrated Management of Assortment and Catalogs) lief von Januar 2008 bis Januar 2010 und hat vor allem die Arbeitsweise von Vertrieb und Marketing verändert. Ein Vorgängersystem hatte den Mitarbeitern bei der Markteinführung neuer Produkte viel Spielraum gelassen. War etwa eine prozessrelevante E-Mail an den falschen Kollegen geschickt worden, ließ sich das telefonisch ausbügeln. Top-500-Firmenprofil für Paul Hartmann AG

Auch wenn jemand vergessen hatte, Daten in das SAP-System einzutragen, konnte man improvisieren. Die Folge dieser "Flexibilität" waren aber Defizite in der Transparenz und der Steuerbarkeit des Prozesses, die die Abläufe verzögern konnten. IMAC bezeichnet Rosenboom dagegen als "voll integrierten Workflow". Das System steuert aktiv die Arbeitsschritte zum richtigen Nutzer und schreibt relevante Daten direkt in das SAP-System. Das Vorgängersystem war über mehrere Jahre schrittweise ausgebaut worden und diente als Blaupause für die benötigten Prozesse und Rollen. Am Ende war man aber "aus der Jacke herausgewachsen", erinnert sich Rosenboom.

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