Trotz Bedenken: Gute Erfahrungen mit Sabattical

Der Traum von einer Auszeit im Job

02. März 2009
Von Claus G. Schmalholz
Erschöpfte Jungmanager, bewährte Führungskräfte und selbst viele Arbeitnehmer würden gern eine Auszeit von der Arbeit nehmen. Doch viele trauen sich aus finanziellen Gründen und Karriere-Nachteilen nicht. Dagegen machen Aussteiger durchweg gute Erfahrungen.

Als Sabine Wehle ein kleines Mädchen war, hatte sie einen Traum: "Ich träumte davon, einen Bauernhof auf dem Land zu haben, auf der Terrasse zu sitzen und den Pferden beim Grasen zuzusehen." Wenn die 53-Jährige heute vor die Tür tritt, hat sie genau diesen Anblick vor Augen: Eine saftig grüne Wiese, auf der ihre Pferde weiden, davor ein glitzernder Teich und dahinter dichte Wälder.

Wehle hat ihren Traum wahr gemacht, nach einem abrupten Ausstieg aus der Turbowelt der internationalen Beraterriege. In ihrem neuen Leben auf dem Pferdehof tief in Hessen genießt sie, was die anderen Gehetzten und Getriebenen doch immer nur anstreben. Sie leistet sich den größten denkbaren Luxus: Sie hat Zeit. "Hier fühle ich keinen Stress mehr, es ist herrlich", sagt die Beraterin, die nun ein ganz anderes zweites Berufsleben anstrebt.

Laut einer Forsa-Umfrage träumen 38 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer von einem Sabbatical, einer Auszeit vom anstrengenden Job. Aber nur die wenigsten trauen sich, ihren Wunsch beim Chef zu äußern: aus finanziellen Gründen, aber auch weil sie Karriere-Nachteile fürchten.

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung von manager-magazin.de.
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Foto: manager-magazin.de

Was aber erleben jene Auszeitpioniere, die für ein paar Tage, für einige Wochen, für ein halbes Jahr oder gar komplett aus dem Job aussteigen? Stellt sich tatsächlich jenes Glücksgefühl ein, das alle erwarten? Gewinnt man wirklich einen neuen Blick auf den alten Job und erledigt ihn dann wieder mit mehr Elan und gar größerem Erfolg? Führt eine Auszeit womöglich dazu, die Weichen fürs Leben noch mal ganz anders zu stellen?