Zwei Fragen an Chris Howard, Analyst beim US-Marktforscher Burton Group

Der Trend geht zur privaten Cloud

16. April 2009
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Die Begriffe "Cloud Computing" und "Software as a Service" werden fälschlicherweise häufig synonym verwendet. Künftig wollen CIOs verstärkt in ihren internen Rechenzentren private Cloud-Umgebungen aufbauen.
Burton Group Analyst Chris Howard sieht bei Unternehmen einen Trend, künftig mit serviceorientierten IT-Infrastrukturen Cloud-Computing-Konzepte intern umzusetzen.
Burton Group Analyst Chris Howard sieht bei Unternehmen einen Trend, künftig mit serviceorientierten IT-Infrastrukturen Cloud-Computing-Konzepte intern umzusetzen.

Was ist der Unterschied zwischen Cloud Computing und SaaS?

Zunächst einmal ist die "Wolke" eine Hosting-Umgebung, während SaaS-Angebote Geschäfts- oder Office-Applikationen sind, die in dieser Umgebung betrieben werden können. Anwendungen, die technisch gesehen als Software-as-a-Service-Lösungen gelten, müssen aber nicht zwingend in einer Cloud betrieben werden, sie können auch in einem RechenzentrumRechenzentrum gehostet sein. Beim Cloud ComputingCloud Computing "konsumieren" Unternehmen Software-Anwendungen von SaaS-Providern, IT-Services sowie Computer-Ressourcen, die physisch gesehen nicht in einem einzigen Rechenzentrum betrieben und verwaltet werden. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

Neben den "öffentlichen" Cloud-Umgebungen, die von Cloud-Computing-Anbietern bereitgestellt werden, gibt es für Unternehmen auch die Möglichkeit, in ihren eigenen Rechenzentren "private" Cloud-Umgebungen aufzubauen. Das geschieht etwa durch die Virtualisierung von Servern sowie die Schaffung SOA-basierter IT-Infrastrukturen. Dieses Betriebsmodell hat Ähnlichkeiten mit den von IT-Dienstleistern angebotenen Cloud Services, jedoch werden in einer privaten Cloud sämtliche IT-Anwendungen und IT-Services physisch immer noch zentral im Rechenzentrum vorgehalten.

Compliance bremst "öffentliche" Cloud aus

Wie werden öffentliche und private Cloud-Computing-Konzepte von Unternehmen genutzt?

Viele CIOs sind immer noch der Meinung, dass bei einem Cloud-basierten Betriebsmodell nur der Bezug von Geschäfts-Software und IT-Services entsprechender Provider über das Internet möglich ist. Das ist der Status Quo beim Cloud Computing.

Es gibt derzeit aber auch Tendenzen zur "private Cloud" mit virtualisierten und serviceorientierten IT-Infrastrukturen. Wir stellen fest, dass IT-Verantwortliche private Cloud-basierte Modelle verstärkt im Bereich von IT- und Helpdesk-Services einsetzen, um so die Leistungsfähigkeit und Produktivität von Geschäftsanwendungen zu erhöhen. Hinzu kommt, dass Firmen geschäftskritische Software-Programme häufig nicht in einer "öffentlichen" Cloud betreiben wollen oder können. Dafür sind zum einen Sicherheitsbedenken verantwortlich, zum anderen gesetzliche Anforderungen oder Compliance-Vorgaben.

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