Fachkräftemangel

Der verkannte Arbeitgeber

31. Oktober 2013
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Was tun, wenn man als Arbeitgeber nicht erste Adresse für IT-Bewerber ist und obendrein im Ruhrgebiet sitzt? Der Energiedienstleister Ista aus Essen hat ein paar Vorschläge.

Beim Anwender zu arbeiten erscheint ambitionierten IT-Profis oft als wenig attraktiv. Das Beispiel von Ista Deutschland zeigt, dass auch diese Unternehmen abwechslungsreiche IT-Jobs anbieten. Systemanalyst Christian Thyssen gehört zu den Glücklichen, die so eine Aufgabe haben. Er erfasst sämtliche Daten über den Verbrauch von Wärme und Warmwasser in knapp vier Millionen Wohneinheiten, erstellt Abrechnungen über Energieverbrauchszahlen und bereitet sie grafisch auf. So erhalten die Mieter einen Überblick über ihren Energieverbrauch und haben einen direkten Anreiz, ihr Konsumverhalten beim Heizen oder Duschen zu ändern.

Hilfe auch in familiären Belangen

Dem IT-Profi war die Ista kein Begriff, bevor er durch eine Stellenanzeige auf das Unternehmen aufmerksam wurde. "Der Bekanntheitsgrad war für mich nicht entscheidend", sagt Thyssen. Für ihn klang die Stellenbeschreibung des gesuchten Systemanalysten attraktiv, und so wechselte er im Oktober 2010 an die Ruhr. "Wichtig war für mich die Herausforderung, speziell auf das Unternehmen und seine Prozesse zugeschnittene IT-Lösungen neu oder weiterzuentwickeln - und die Verantwortung für das gesellschaftliche Große und Ganze."

Eines der Produkte ist für Hausverwalter, Vermieter und Mieter gedacht. Es bereitet die Energieverbrauchsdaten der betreuten Immobilien auf und stellt die Ergebnisse im Zeitverlauf und im Vergleich zueinander grafisch dar. "Laufend planen wir weitere Neuerungen für unsere Kunden", sagt Thyssen. Hausverwalter werden seit Kurzem zum Beispiel benachrichtigt, wenn in leer stehenden Wohnungen etwas Unvorhergesehenes geschieht. So werden ungewollte Verbräuche - wie zum Beispiel durch tropfende oder laufende Wasserhähne - erkannt, und die Verantwortlichen werden informiert.

Quiz zum Arbeitsplatz der Zukunft

Auch das internationale Betätigungsfeld macht die Ista für IT-Profis interessant: Das Unternehmen ist in 25 Ländern vertreten. Das weiß auch Anette Kreitel-Suciu, Bereichsleiterin Human Resources und zuständig für die Region Central Europe: "Wir besetzen regelmäßig IT-Positionen mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten. Deshalb kommen Berufseinsteiger mit einem Informatik- oder Wirtschaftsingenieurstudium für uns ebenso in Frage wie Fachleute mit mehrjähriger Erfahrung." Freie Stellen werden meist konzernweit ausgeschrieben. Im Falle einer Versetzung unterstützt Ista die Mitarbeiter beim Umzug ins Ausland.

Einmal im Jahr veranstaltet Ista ein länderübergreifendes Fußballturnier, das bei den Mitarbeitern immer auf Begeisterung stößt.
Einmal im Jahr veranstaltet Ista ein länderübergreifendes Fußballturnier, das bei den Mitarbeitern immer auf Begeisterung stößt.
Foto: Ista

Und weil IT-Experten auf dem Arbeitsmarkt so stark umworben sind, muss ein Anwender wie Ista Rahmenbedingungen schaffen, damit IT-Fachleute nicht nur anklopfen, sondern auch bleiben. Dazu gehören attraktive Weiterbildungsangebote, betriebliche Altersvorsorge, Zuschüsse für Sport- und Fitness-Angebote sowie regelmäßige Mitarbeiter-Events.

Als weiteres Plus nennt Personalfrau Kreitel-Suciu das Employee Assistant Program: "Unsere Mitarbeiter und deren Angehörige können sich bei persönlichen, gesundheitlichen oder familiären Fragen - zum Beispiel der Suche eines Pflegedienstes oder Kinderbetreuungsplatzes - an einen Dienstleister wenden. Die Kosten für diese Beratung übernimmt Ista."

Neben flexiblen Arbeitszeiten gewährt der Energiedienstleister weiteren Spielraum, um Familie und Beruf in Einklang zu bringen. "Energie empfinde ich als zukunftsträchtiges Thema", schiebt Thyssen ein zusätzliches Argument für die Wahl seines aktuellen Arbeitgebers nach. "Und als junger Vater sehe ich das Engagement in so einem Unternehmen als meinen Beitrag zur Energiewende."

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