6 Empfehlungen an den CIO

Der Weg zum Mobile Advantage

Mark Alexander Schulte verstärkt seit 2011 das IDC-Team in Frankfurt. Der studierte Betriebswirt ist mit der Durchführung von kundenspezifischen Consulting-Projekten sowie der Erstellung von Studien betraut. Als Analyst konzentriert Schulte sich insbesondere auf die Themen Enterprise Mobility, Internet of Things, Industrie 4.0 sowie Social Enterprise Collaboration und steht dabei im engen Austausch mit allen Akteuren des Marktes. Schulte ist Autor zahlreicher Artikel und wird regelmäßig in der einschlägigen Wirtschafts- und Fachpresse zitiert.
Viele Unternehmenslenker haben erkannt, dass die Vorteile, die sich durch den Einsatz von mobilen Geräten und Applikationen ergeben, keine Fiktion mehr, sondern heute erschließbar sind. Sie fordern von der IT daher verstärkt die Umsetzung von Mobility-Initiativen ein.

In den kommenden Monaten wird sich nach Einschätzung von IDC der Fokus vom reaktiven Risiko- und Kostenmanagement hin zu einem proaktiven "Business Enablement" durch mobile Technologien weiter verschieben. Weniger die Risiken, sondern vielmehr die Vorteile bei der Unterstützung der Fachbereiche werden somit im Vordergrund zukünftiger Mobility-Projekte stehen.

Der mobile Zugriff auf Geschäftszahlen gehört heute bereits für viele Manager zum Alltag.
Der mobile Zugriff auf Geschäftszahlen gehört heute bereits für viele Manager zum Alltag.
Foto: pannawat - Fotolia.com

IT-Entscheider sollten dieser zweiten Stufe von Enterprise Mobility verstärkt Aufmerksamkeit widmen und somit das Potenzial des Einsatzes von mobilen Geräten, Applikationen und Inhalten für Anwender im Sinne eines produktiveren Arbeitens erschließen. Die folgenden sechs Empfehlungen sollen CIOs bei der Umsetzung unterstützen.

Vermeiden von einzelnen, voneinander losgelösten Initiativen

Die Entwicklung und Implementierung einer Mobility-Strategie ist wichtig, um Maßnahmen aufeinander abzustimmen, keine wichtigen Aspekte unadressiert zu lassen und eine Roadmap zur Ermöglichung eines mobilen und sicheren Arbeitens aufzustellen. Der Anteil an Unternehmen mit Mobility-Strategie ist seit 2012 deutlich gestiegen - auf aktuell zirka 50 Prozent.

Organisationen, die bisher keine Mobility-Strategie aufgestellt haben, sollten dies umgehend tun und Initiativen in ein ganzheitliches Konzept einbetten. Die Handlungsfelder sind vielfältig. Sie umfassen das Management von mobilen Geräten, Inhalten und Applikationen, die Gewährleistung von Security und Compliance-Vorgaben, die Integration in Back-end Systeme oder den Einsatz von Mobility ServicesMobility Services. Alles zu Mobile IT auf CIO.de

Auch in den kommenden zwölf Monaten planen die Verantwortlichen den Bestand an mobilen Geräten weiter zu erhöhen.
Auch in den kommenden zwölf Monaten planen die Verantwortlichen den Bestand an mobilen Geräten weiter zu erhöhen.
Foto: IDC

Dem Mobility-Laissez Faire in den Fachbereichen entgegensteuern

Laut IDC-Befragungsergebnissen hat jeder zweite Fachbereich ein dezentrales Mobility-Budget für 2015 geplant. Das Budget in den Fachabteilungen ist beispielsweise für die Entwicklung von Applikationen vorgesehen. So will zum Beispiel die Marketing-Abteilung mobile Apps im Rahmen eines langfristigen Marketing-Konzeptes einsetzen.

Aber auch bei der Beschaffung mobiler Geräte können die dezentralen Töpfe genutzt werden, um flexibler und besser auf die Anforderungen der Fachbereichs-Mitarbeiter einzugehen. Je größer das geplante Investment desto zwingender ist jedoch der Einbezug der unternehmenseigenen IT-Experten. Denn einen IT-Wildwuchs und allzu starken Kontrollverlust gilt es zu vermeiden.

Kontrolle der Infrastruktur durch Enterprise Mobility Management Software

In vielen Unternehmen ist die Verwaltung der mobilen Gerätelandschaft mittels MDM Software heute etabliert. Mobile Application und Mobile Content Management haben in den vergangenen Monaten verstärkt Aufmerksamkeit erhalten, um Devices mit Enterprise Apps auszustatten sowie den sicheren Zugriff auf Dateien und Dokumente zu ermöglichen. IT-Organisationen sollten für ein umfassendes Enterprise Mobility Management alle drei Aspekte adressieren und somit ein Gesamtbild über die im Unternehmen eingesetzten mobilen Technologien erhalten. Letztendich sollten CIOs ihr Augenmerk auf die Applikationen richten, denn durch ein effizientes Gerätemanagement lässt sich kein Wettbewerbsvorteil erzielen - durch mobile Apps schon.

Komplexität der mobilen IT-Landschaft gering halten

Die Komplexität durch den Einsatz mobiler Technologien wird in den meisten Unternehmen nicht kleiner. Verschiedene Geräte und Betriebssysteme befinden sich im Einsatz, Applikationen müssen für diese bereitgestellt, Dateien und Dokumente zugänglich, die Sicherheit gewährleistet und die Integration in die IT-Infrastruktur sichergestellt werden. Dies sind nur einige Beispiele, die die Auswirkungen der Unterstützung mobil arbeitender Mitarbeiter verdeutlichen.

In vielen Unternehmen überschreiten die wachsenden Herausforderungen die personellen Ressourcen und internes Know-how. Sofern eine Vereinfachung zum Beispiel durch KonsolidierungKonsolidierung der mobilen Betriebssysteme nicht umsetzbar ist, sollte die Unterstützung von externen Partnern in Erwägung gezogen werden. Deren Services sind vielfältig. Sie reichen von Consulting und Integration Services über das Geräte-, Telecom Expense- oder Mobile Security Management bis zur Entwicklung von mobilen Applikationen. Insbesondere der letztgenannte Service wird 2015 verstärkt in Anspruch genommen. Alles zu Konsolidierung auf CIO.de