Techconsult sieht unterschiedliche Chancen für Linux:

"Desktop-Linux wird eine Nische bleiben"

01. März 2005
Von Dorothea Friedrich
Nach vielen Hypes und fast ebenso vielen Rückschlägen ist Linux offensichtlich in der betrieblichen IT-Praxis angekommen. Zumindest auf der Server-Seite hat es sich als gängiges Betriebssystem etabliert. Schlechter sieht es dagegen beim Desktop-Linux aus. Ein Grund: Viele Migrationsprojekte, wie etwa in der Stadtverwaltung München, sind zwar angekündigt, aber noch nicht realisiert. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Marktforscher von Techconsult.

"Desktop-Linux wird eine Nische bleiben". Davon sind mehr als die Hälfte der befragten CIOs überzeugt. Nur rund sieben Prozent der befragten Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern nutzen überhaupt Linux auf dem Desktop. Der Anteil an der installierten Basis, also der Zahl aller installierten Desktop-Rechner in Deutschland, lag bei mageren 3,43 Prozent im vergangenen Jahr.

Server-Linux hat gute Zukunftsperspektiven
Server-Linux hat gute Zukunftsperspektiven

Gründe sehen die Marktforscher zum einen in der immer noch ausstehenden Realisierung größerer ProjekteProjekte. Zum anderen haben sie eine Polarisierung möglicher Anwendungsbereiche ausgemacht. Diese würden sich möglicherweise auf den Low-Cost-Desktop am einen Ende und den "innovationsgetriebenen Linux-Desktop für spezielle Nutzer", wie Entwickler, Ingenieure und Designer, am anderen Ende der Skala konzentrieren. Alles zu Projekte auf CIO.de

Linux ist erwachsen geworden

Ganz anders sieht es beim Einsatz von Linux auf der Server-Seite aus. 27 Prozent der befragten Unternehmen setzen derzeit Linux als Server-OS-Betriebssystem ein. Vor allem CIOs aus dem Finanz- Regierungs- und Herstellungssektor planen einen massiven Ausbau ihrer Linux-Systeme. Aktuell laufen rund ein Drittel der physischen Server und der Server-Rechenleistung mit dem längst nicht mehr alternativen Betriebssystem. Bis 2006 soll der Anteil der Server-Rechenleistung auf 40 Prozent steigen.

CIOs nutzen Linux verstärkt in unternehmenskritischen und rechenintensiven Bereichen. Die Gründe dafür liegen laut Techconsult in einer Diversifizierung des Anwendungsspektrums sowie der dynamisch steigenden Zahl von erprobten Open-Source-Anwendungen. So kommen viele Projekte zur Zeit von der Evaluations- und Test- in die Implementierungsphase. Außerdem gibt es speziell bei großen Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten eine Verlagerung vom Low-End- zum Enterprise-Linux.